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Solingen
Werke der Moderne begeistern im Kunstmuseum

Solingen. Im ersten Kammerkonzert der Bergischen Symphoniker spielten auch drei Mitglieder der Familie Haunhorst.

Das Ensemble der Bergischen Symphoniker bot den Zuhörern im Kunstmuseum einen sehr interessanten Streifzug durch Werke weniger bekannter Komponisten aus Europa. Das Publikum war begeistert über die vielen musikalischen Entdeckungen in der Musik britischer und französischer Tonsetzer.

Durch manche Konzertbesuche mag das Orchester der Städte Remscheid und Solingen dem Musikfreund symbolisch wie eine große Familie vorkommen. Das stimmt aber auch in der Realität. Das beste Beispiel ist die Familie Haunhorst. Vater Martin ist seit 1999 Konzertmeister des Orchesters, Mutter Doris musiziert als Soloflötistin, Sohn Tobias ist bereits sehr erfolgreich auf den Konzertpodien als Nachwuchspianist unterwegs, und Tochter Milena spielt Geige und studiert Gesang an der Folkwang Universität.

Milena Haunhorst war dann auch der Überraschungsgast im ersten Kammerkonzert der neuen Spielzeit, das von ihren Eltern und den Solisten Johanna Seffen (Viola) und Christian Kircher (Cello) bestritten wurde. Obwohl von Christian Kircher als indisponiert angekündigt, überzeugte die 20-jährige Musikstudentin von Beginn an mit ihrem runden, warmen Mezzosopran, der fein schattiert und bestens abgestimmt erklang, aber auch ein großes Volumen erkennen ließ.

Benjamin Britten hat viele britische Folksongs neu arrangiert. Begleitet vom Solistenquartett erklang die klagende Ballade "The trees they grow so high". Eindringlicher, geradezu dramatisch klang die Stimme der Sängerin im Duo mit ihrer Mutter in zwei Liebesliedern von Albert Roussel, komponiert auf Gedichte des französischen Poeten Ronsard. Die Querflöte unterstützte mit expressiven Trillern der Nachtigall die weiche Gesangslinie im Lied "Rossignol, mon mignon". Milena Haunhorst versteht es nicht nur, diese Lieder gesanglich zu interpretieren, sie stellt die Handlung auch schauspielerisch und mimisch zur Schau. Kündigt sich hier eine Opernkarriere an ?

Einen gemeinsamen Auftritt hatten Martin und Doris Haunhorst mit den Tänzen von Louis Moyse. Rhythmisch exakt in freier Tonalität komponiert forderten die vier Tänze die ganze Virtuosität der beiden Künstler. Ein Husarenstück für Violine, Viola und Cello hat Jean Francaix 1933 als Auftragswerk komponiert. Die vier Sätze überschlagen sich fast vor witzigen Einfällen und überraschenden Wendungen, es gab berechtigte Bravorufe für die großartige Leistung der drei Streicher. Für die brillante Gestaltung dieses farbenfrohen Programms gab es viel Applaus - und natürlich boten die Solisten ihren Zuhörern auch eine Zugabe an. Milena Haunhorst sang noch einen weiteren Song aus dem britischen Volksliederschatz.

Im 2. Kammerkonzert der Bergischen Symphoniker am 4. Dezember im Kunstmuseum spielt ein weiteres Ensemble der Orchester-Streicher Musik der Wiener Klassik. Beginn ist um 18 Uhr.

(wgü)
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