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Solingen
"Widderter Ironman" bügeln 176 Teile in vier Stunden

Solingen. Es ist ein ungewöhnliches Bild. Im Gemeindesaal der evangelischen Gemeinde Widdert wabert der Dampf. Verteilt stehen sieben Bügeltische und dahinter Männer in schwarzen Muscle-Shirts. Von Sandra Grünwald

Es sind die Männer, die beim "1. Widderter Ironman" angetreten sind, um alles zu bügeln, was ihnen auf den Bügeltisch kommt. Ob Hemden, Blusen, Tischdecken oder Bettwäsche. Sogar das Beffchen von Pfarrerin Kristina Ziegenbalg wird geglättet. "Die sind zwar klein, aber hartnäckig", weiß die Pfarrerin.

Iron, was die Widderter nicht in seiner Bedeutung als Eisen, sondern in der des Bügelns in den Mittelpunkt ihrer Aktion gestellt haben, kommt bei den Damen sehr gut an. Sie sitzen vergnügt an den Tischen, trinken Kaffee, genießen selbst gebackene Kuchen und Torten oder prosten sich mit Prosecco zu. Alle freuen sich darüber, die Bügelwäsche nicht selbst erledigen zu müssen, sondern die seltene Gelegenheit zu haben, dem männlichen Geschlecht diese Aufgabe übertragen zu können.

Die Ironman arbeiten konzentriert. Es ist noch keine Stunde um, schon sind vier Wäschekörbe abgearbeitet. "Ich habe auch einen ganzen Korb mitgebracht", verrät Kristina Ziegenbalg, "Auch die ungeliebte Leinendecke." Für jedes gebügelte Teil geht ein Euro Spende an den Förderverein der Widderter Gemeinde, der im vorigen Jahr gegründet wurde. "Der Förderverein unterstützt das vielfältige kulturelle Leben im Stadtteil", erklärt die Pfarrerin. Das sind Aktionen, die nicht im eigentlichen Sinne kirchlich sind, aber die Gemeinschaft fördern.

So war die erste große Aktion die Herausgabe eines Widdert-Kalenders mit Fotos von Andreas Erdmann. Die zweite Aktion ist nun der "Widderter Ironman". Zwischen 21 und 75 Jahre alt sind die Ironman - und jeder hat seine ganz individuelle Bügeltechnik. Einer trägt sogar einen Gürtel mit Flaschen für das Bügelwasser. Die Frauen amüsieren sich in jedem Fall köstlich. Es wird viel gelacht und gescherzt.

Doch auch die Männer haben ihren Spaß. "Mein Sohn ist in der Kirche tätig und hat mich mitgeschleppt", erzählt André Grimm. Er bügle auch zuhause und freut sich, mit seinem Einsatz etwas Gutes für die Gemeinde tun zu können. T-Shirts und Hemden hat er bereits gebügelt. Dabei ist er ganz schön ins Schwitzen geraten. "Es ist schon eine Herausforderung."

Die Mühe hat sich jedenfalls gelohnt. In den vier Stunden sind 176 Teile fachmännisch geglättet worden. "Sie waren danach rechtschaffen müde", meint Kristina Ziegenbalg. Zusammen mit dem Kuchenverkauf hat der "1. Widderter Ironman" 250 Euro für den Förderverein eingebracht.

Quelle: RP
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