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Solingen
Wieder Algenteppich auf der Sengbachtalsperre

Solingen: Wieder Algenteppich auf der Sengbachtalsperre
Die Sengbachtalsperre ist das Solinger Trinkwasserreservoir. FOTO: Rinke (Archiv)
Solingen. Bakterien wurden Montag entdeckt. Es wurden Schutzmaßnahmen eingeleitet. Gefahr besteht laut Stadtwerken nicht. Von Martin Oberpriller

Die Entdeckung an der Wasseroberfläche rief böse Erinnerungen wach. Nachdem die Sengbachtalsperre bereits im Jahr 2013 von der Burgunderblutalge befallen worden war, sind Mitarbeiter der Stadtwerke Solingen (SWS) zu Beginn dieser Woche jetzt erneut auf einen großen Algenteppich im wichtigsten Trinkwasserreservoir der Klingenstadt gestoßen.

Allerdings konnte kurze Zeit zunächst einmal eine zumindest teilweise Entwarnung gegeben werden. "Es besteht kein Grund zur Sorge", versicherte eine SWS-Sprecherin am Dienstag. Zuvor waren die gefundenen Algen in einem Labor untersucht worden. Zwar handele es "sich vermutlich wieder um ein Cyano-Bakterium", sagte der Hauptabteilungsleiter Wassermanagement bei den Stadtwerken, Norbert Feldmann. Gleichwohl sei es diesmal nicht die Burgunderblutalge, die vor vier Jahren dafür gesorgt hatte, dass das Wasserwerk Glüder zwischenzeitlich vom Netz genommen wurde.

Dennoch wurden vonseiten der Verantwortlichen nach der Sichtung des Algenteppichs am Montag umgehend Schutzmaßnahmen eingeleitet. So ging die neue Vorfiltration in Betrieb. Und darüber hinaus nahm die Pulveraktivkohle-Anlage der Stadtwerke vorsorglich ihre Arbeit auf.

Bislang sei im Rohrwassereingang kein Anstieg der "Algenmasse" festzustellen gewesen, hieß es gestern bei den Stadtwerke Solingen. Ob die aufgetauchte Alge giftig sei, müsse nun aber noch abschließend geklärt werden. So lange werde auch die Pulveraktivkohle-Anlage weiter laufen. Mit endgültigen Analyseergebnissen rechnen die Verantwortlichen im Lauf der kommenden Woche.

Tatsächlich hatte die Entdeckung der Burgunderblutalge im Jahr 2013 für erhebliche Schwierigkeiten bei den Stadtwerken gesorgt. Über Monate hinweg war das Wasserwerk damals stillgelegt worden, so dass die 15.000 Kubikmeter Trinkwasser, die von dort für gewöhnlich in das Solinger Netz gepumpt werden, in dieser Zeit aus der Großen Dhünntalsperre entnommen werden mussten.

Nach dieser Erfahrung hatten die Stadtwerke Solingen seit April 2015 an einer neuen Vorfiltration gebaut, die nach Angaben der SWS auf dem derzeit höchsten Stand der Technik steht. Die Anlage hatte schließlich Ende 2016 einen Testbetrieb aufgenommen, um dann ab diesem Jahr bei Algenalarm in der Sengbachtalsperre endgültig einsatzbereit zu sein.

Dabei handelt es sich bei der gefürchteten, weil toxischen Burgunderblutalge genaugenommen um gar keine Alge, sondern vielmehr um ein Bakterium. Dieses hat die Eigenschaft, dass es beim Absterben eine geringe Menge Nervengift absondert. Tritt das in allen stehenden Gewässern vorkommende Bakterium in großen Mengen auf, wird es zur Gefahr. Als Ursache für das massenhafte Auftreten vor vier Jahren werden Sedimente an der Vorsperre der Sengbachtalsperre angenommen. Denn solche Ablagerungen am Boden sind Brutstätten für Bakterien.

Quelle: RP
 
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