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Solingen
Wipperkotten verabschiedet sich mit Sonne in die Winterpause

Solingen. Das Wetter meinte es gut mit dem "Förderverein Schleiferei Wipperkotten", der am Sonntag zum Saisonabschluss noch einmal die Schleifsteine rotieren ließ, um Messer am nassen Stein zu schleifen. Bei blauem Himmel und sonnigem Herbstwetter fanden sich viele Spaziergänger und Besucher am Wipperkotten ein. Von Sandra Grünwald

Sie nutzten die Gelegenheit für eine Führung durch den "ältesten produzierenden Betrieb Solingens", um dem ältesten Schleifer - am Samstag ist er 80 Jahre alt geworden - über die Schulter zu sehen und für eine Pause bei Kaffee, Kuchen oder deftig Gegrilltem. Manch einer stattete dem kleinen Verkaufsraum einen Besuch ab, um eines der im Kotten produzierten Zöppken oder Brotmesser zu kaufen.

Fachkundig beraten wurde er dabei von Ulla Sturm. "Zöppken mit Holzgriff und Gußstahlklinge dürfen nicht in die Spülmaschine", klärte sie ein Ehepaar auf, "die Klinge wird vom Salz stumpf". Zuweilen gibt es hier auch Raritäten zu entdecken, wie die "Japanische Schneiderschere", die Ulla Sturm "auf Verhandlungsbasis" verkaufen möchte. "Die hat unser Schleifer total verrostet in die Hände bekommen und wieder aufgearbeitet", sagte sie. Lutz Peters, Vorsitzender des Fördervereins, freute sich über den Erfolg. "Der Schneidwarenverkauf läuft richtig gut", betonte er.

Auch die Führungen, die außerhalb der geöffneten Sonntage gebucht werden, sind sehr gefragt. Deshalb sucht der Förderverein auch immer Leute, die Zeit und Lust haben, bei Führungen und zu den Öffnungszeiten zu helfen. Daneben gibt es am und rund um den Wipperkotten immer viel zu tun, denn das Gebäude ist einem extremen Klima ausgesetzt.

"Morgens kann hier Raureif sein und mittags wird es 25 Grad", sagte Lutz Peters. So wurde festgestellt, dass die Ostfassade bröckelte. "Es hat sich herausgestellt, dass die Mauer baufällig ist", berichtete Peters.

Vor zehn Jahren wurde sie schon einmal restauriert, aber nicht so hochwertig, wie es nötig gewesen wäre. Nun war das Holz angegriffen und musste "geflickt" werden. Außerdem wurde in Absprache mit der Unteren und Oberen Denkmalschutzbehörde die Wand des obersten Stockwerkes verbrettert. "Das ist historisch angemessen", betonte Lutz Peters. Außerdem schützt es die Wand vor Nässe. 20.000 Euro hat der Förderverein dafür in die Hand genommen. Außerdem wurde vor kurzem eine Wasserbaufirma beauftragt, sich das Wehr einmal genauer anzusehen. "Sie schätzen den Zustand ein und machen einen Kostenvoranschlag", erklärte Peters.

Auf Grundlage dieser Daten möchte der Förderverein mit dem Wupperverband die weitere Vorgehensweise beraten. "Bei Niedrigwasser sieht man die Dellen", sagte der Vorsitzende. So ist immer was zu tun, um, wie Lutz Peters sagte, "das Rad am Laufen zu halten".

Quelle: RP
 
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