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Solingen
Wirtschaft sieht neue Chancen

Solingen: Wirtschaft sieht neue Chancen
Der Hauptgeschäftsführer der IHK, Michael Wenge (l.), begrüßte im Rittersaal die Gäste zum Empfang der Solinger Wirtschaft. FOTO: mak
Solingen. Beim Jahresempfang der Solinger Wirtschaft auf Schloss Burg stand die Integration der Flüchtlinge im Zentrum. Oberbürgermeister Tim Kurzbach lud zudem die Unternehmer zur Diskussion ins Rathaus ein. Von Benjamin Dresen

Mit einem neuen Format wartete der traditionelle Jahresempfang der Solinger Wirtschaft der Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid auf. Im voll besetzten Rittersaal von Schloss Burg standen Oberbürgermeister Tim Kurzbach und IHK-Präsident Thomas Meyer auf dem Podium dem Moderator Thorsten Kabitz Rede und Antwort. In der Vergangenheit hatte es stets zwei Reden gegeben.

Zentrales Thema war die Flüchtlingskrise. Zwar stellte Thomas Meyer eine stabile wirtschaftliche Entwicklung im Bergischen fest. "Aber wir müssen aufpassen, dass wir die stabile Situation gesellschaftlich ins Jahr 2016 bekommen", sagte Meyer. Er geht davon aus, dass die Wirtschaft drei bis fünf Jahre in die Qualifizierung der Flüchtlinge investieren muss. "Ob jemand bleibt oder wieder geht: In beiden Fällen können wir nur gewinnen." Bleibt ein Flüchtling in Deutschland, werde er durch die Alterung der Gesellschaft bald als Arbeitskraft gefragt sein. Geht er als Ausgebildeter zurück in sein Heimatland, werde er wirtschaftliche Kontakte nach Deutschland aufbauen.

Meyer betont, was für das Gelingen der Integration aus seiner Sicht notwendig ist: "Wir müssen führen und klar machen, was wir erwarten." Oberbürgermeister Tim Kurzbach unterstrich, dass es in der jetzigen Situation darum gehe, die Flüchtlinge aus Nächstenliebe zu unterstützen, und nicht, ob man sich dies finanziell leisten könne. Schon jetzt müsse in die Köpfe der Flüchtlinge investiert werden, um nicht die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Er vermisst eine klare Zusage der Bundesregierung zur Finanzierung wie einst in der Bankenkrise, als diese die Sicherheit der Spareinlagen garantierte. Thomas Meyer sagte Tim Kurzbach zu, die IHK werde bei der Bezirksregierung Einfluss ausüben, sollte die Stadt auf den Kosten sitzenbleiben und den so wichtigen ausgeglichenen Haushalt nicht erreichen können.

Zur Stärkung des Standorts Solingen forderte der IHK-Präsident vom Oberbürgermeister neben einem "sachlichen Umgang" beim Thema Gewerbeflächen die Verfügbarkeit von Fachkräften durch Ausbildung und Studium. Wichtig ist ihm, die gesellschaftliche Anerkennung für Unternehmer zu stärken, einschließlich der Akzeptanz, dass ein Unternehmer "auch mal scheitern darf". Zudem wünschte sich Meyer "lebenswerte Kommunen", die nicht "kaputtgespart" werden dürften. "Die Kommunen müssen aufpassen, dass kein Sparkommissar kommt, damit sie selbst weiter gestalten können."

Tim Kurzbach betonte, die Strukturen der Verwaltung verändern zu wollen, um eine bessere Wirtschaftsförderung zu ermöglichen. Er zeigte Verständnis dafür, dass Unternehmer für gezahlte Gewerbesteuer entsprechende Dienstleistungen erwarten. Der Oberbürgermeister gab als Ziel aus: "Ich möchte diese stolze Stadt wieder zu einem geschäftlichen Ort von Erfolg machen."

Voraussetzung sei, dass Verwaltung und Unternehmen nicht übereinander, sondern miteinander redeten. An dieser Stelle lud Kurzbach die versammelten Unternehmer zur Diskussion ins Rathaus ein. Er wünscht sich, dass die Unternehmer nicht allein auf den Oberbürgermeister hoffen, sondern dass Wirtschaft und Verwaltung gemeinsam Lösungen erarbeiten.

Quelle: RP
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