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Rosemarie Trepper
Wo Zusammenhalt Berge versetzt

Rosemarie Trepper: Wo Zusammenhalt Berge versetzt
Rosemarie Trepper ist eine Kennerin der langen Vereinsgeschichte. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Der TSV Aufderhöhe feiert sein 140-jähriges Bestehen. In einem ständigen Auf und Ab wuchs der Verein immer weiter und bleibt bis heute eine Besonderheit. Geschäftsführerin Rosemarie Trepper erzählt die Geschichte der Turner.

140 Jahre sind eine bemerkenswert lange Zeit. Wie waren die Verhältnisse damals?

Trepper Angefangen hat alles am 14. Juli 1877 mit etwa 30 Mitgliedern, die ein bisschen geturnt und Fußball gespielt haben. Da gab es nur einen Ascheplatz und eine Wiese. Das war nicht so komfortabel wie heute.

Wie haben 30 Leute einen Verein finanziert?

Trepper Einnahmen bekommt man nur über die Mitgliedsbeiträge. Das ist auch heute noch so. Zu der Zeit war es mit 50 Pfennig im Monat für die damaligen Verhältnisse noch recht teuer.

Wie entstand aus diesem kleinen Zusammenschluss der TSV Aufderhöhe?

Trepper Nach den Weltkriegen kam alles ins Rollen. Am 13. Oktober 1945 wurde aus vielen kleinen Vereinen der Turn- und Sportverein Aufderhöhe gegründet. Nach und nach kamen mehr Abteilungen hinzu. Heute haben wir sieben mit zusätzlich mehreren Unterabteilungen.

Seit zwei Jahren haben Sie ja auch eine Reha-Abteilung. Von wem kommen die Ideen?

Trepper Meist entsteht so etwas auf Nachfrage oder die Mitglieder werden selbst kreativ. Aus verschiedenen Abteilungen tun sich die Leute zusammen und gründen eine neue. Unsere größte Abteilung bleiben aber die Turner.

Je mehr Abteilungen, desto mehr Mitglieder. Wie kriegen Sie diese alle unter?

Trepper Irgendwann kommt man an einen Punkt, wo man als Verein nicht mehr viel größer werden kann. Wir haben mittlerweile über 2000 Mitglieder. Wir teilen alle Hallen und Bäder mit anderen Vereinen.

Wie war das denn früher? Gerade zu den Boom-Zeiten nach dem Zweiten Weltkrieg?

Trepper Da haben die Leute es noch nicht so eng gesehen. Man hat die Probleme erkannt und angepackt. So haben die Mitglieder ein Blockhaus und die Gymnastikhalle an der Gillicher Straße selbst gebaut. Wenn man zusammen hält, dann geht das auch.

Bei über 2000 Mitgliedern sieht das sicherlich anders aus. Wie bekommen Sie alle unter einen Hut?

Trepper Das Miteinander wird bei uns ganz groß geschrieben. Zwar sind die einzelnen Abteilungen sehr autark, aber ich glaube, das ist auch wichtig. Jeder bemüht sich um einen starken Zusammenhalt.

Wie genau funktioniert das?

trepper Die Abteilungen sind in dem, was sie tun, unabhängig und relativ frei. So fühlt sich auch keiner vom Hauptvorstand bevormundet. Trotzdem schaut man bei der Jahreshauptversammlung, wo es Probleme gibt und wie man sich gegenseitig helfen kann. Unsere Satzung ist quasi wie ein eigenes Gesetzbuch, an dessen Regeln sich jeder hält.

Ist das also das Erfolgsrezept für 140 Jahre?

Trepper Was uns eben ausmacht und schon immer besonders war, ist das Engagement der Mitglieder und die Liebe zum Verein. Wir haben viele Leute dabei, die wirklich anpacken und was bewegen - und das hat uns im Endeffekt auch soweit vorangetrieben. Die Vorstandsmitglieder haben sich über die Jahre hinweg sehr bemüht und versucht, das Beste für den Verein rauszuholen.

Wie geht es weiter?

Trepper Ja, es war ein Auf und Ab, aber daran sind wir auch gewachsen. Wir bereiten im Moment alles darauf vor, bald ein eigenes Vereinsheim in Aufderhöhe bauen zu können. Hier gehören wir schließlich hin.

Der Hauptverein hat ja auch einen neuen Vorstandsvorsitzenden.

Trepper Genau, nachdem wir einige Zeit lang Schwierigkeiten hatten, jemanden zu finden, ist Ernst Kugel nun im Amt.

Wie wollen Sie den großen Geburtstag feiern?

Trepper Es wird ein sportlicher Tag werden. Alle Abteilungen bringen sich ein. Wir alle spielen miteinander und werden gemeinsam essen und feiern. Außerdem kommt voraussichtlich im September unser Jahrbuch mit der Vereinsgeschichte raus.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE LAURA MERTENS

Quelle: RP
 
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