| 00.00 Uhr

Solingen
Wohngebiete für junge Familien geplant

Solingen: Wohngebiete für junge Familien geplant
In den kommenden Jahren sollen weitere Neubaugebiete wie "Am Siebels" in Aufderhöhe entstehen. FOTO: Kempner (Archiv)
Solingen. Die Stadt setzt auf Wachstum - und will in den kommenden Jahren möglichst viele Neubürger nach Solingen locken. Aus diesem Grund soll bis Ende des Jahres ein neues Konzept für Wohnraum - vor allem für junge Leute - stehen. Von Martin Oberpriller

Der Druck wird immer größer. Weil ständig mehr Menschen nach Düsseldorf drängen, steigen die dortigen Mieten unaufhörlich - und das gilt in gleichem Maße für das Umland. Ein Trend, den auch die Verantwortlichen im Solinger Rathaus längst bemerkt haben. Zwar entwickeln sich die Preise auf dem Wohnungsmarkt der Klingenstadt zurzeit noch vergleichsweise moderat nach oben. Doch nach Ansicht von Experten ist es nur eine Frage der Zeit, ehe die Mieter in Solingen ebenfalls tiefer in die Tasche greifen müssen.

Aus diesem Grund wird die Stadt nun reagieren. Ziel ist es, noch in diesem Jahr die Ausweisung neuer Wohngebiete auf den Weg zu bringen. Das bestätigte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) am Wochenende auf Anfrage unserer Redaktion. "Wir wollen in Zukunft weiter als Wohnstandort attraktiv bleiben", sagte der OB, der vor allem junge Familien in die Klingenstadt locken will.

Wozu einerseits Arbeitsplätze und gute Verkehrsanbindungen, andererseits aber auch bezahlbare Wohnflächen nötig sind. Aus diesem Grund laufen im Augenblick in den zuständigen Stellen im Rathaus die konzeptionellen Vorarbeiten für ein neues Programm, das erstmals im April in den zuständigen politischen Gremien vorgestellt werden soll. "Die Zusammenstellung der damit verbundenen Daten geschieht zurzeit im Rahmen eines Gesamtkonzepts, das auch den sozialen Wohnungsbau in Solingen ankurbeln soll", konkretisiert Stadtdirektor Hartmut Hoferichter als zuständiger Baudezernent die Planungen.

Dabei registrieren Hoferichter und seine Mitarbeiter bereits seit Monaten ein kontinuierlich steigendes Interesse am Wohnstandort Solingen - und das nicht allein bei potenziellen Mietern oder Häuslebauern, die in die Klingenstadt ziehen wollen, sondern überdies bei Investoren. "Wir werden vermehrt angesprochen", sagt der Stadtdirektor, der darum - genauso wie der Oberbürgermeister - Handlungsbedarf sieht.

Zumal nicht mehr nur die bislang bei Neubürgern besonders bevorzugten Stadtteile im Solinger Westen hoch im Kurs stehen. Neben Ohligs sowie Aufderhöhe sind inzwischen auch andere Gegenden der Klingenstadt bei Investoren gefragt - mit der Folge, dass die neuen Wohngebiete über die gesamte Stadt verteilt liegen sollen.

Dass die Anstrengungen in der Klingenstadt nicht übertrieben sind, verdeutlicht ein Blick in Städte, die noch näher an der Metropole Düsseldorf liegen. Denn die Mietpreissteigerungen in der Landeshauptstadt lösen längst auch im Umland einen Dominoeffekt aus.

So geht beispielsweise aus dem in der vergangenen Woche veröffentlichten Mitpreisspiegel 2016 des Rings Deutscher Makler Düsseldorf hervor, dass die Mieten für bereits bestehende Wohnungen in guten Lagen bei Neuvermietungen binnen Jahresfrist um sieben Prozent in die Höhe schnellten. Eine Entwicklung, die die Solinger Verantwortlichen vermeiden wollen. Darum soll unter anderem der soziale Wohnungsbau angekurbelt werden. Wobei das erhoffte Resultat steigender Einwohnerzahlen die Stadt vor neue Herausforderungen stellt. Die Infrastruktur muss ebenfalls stimmen. Deshalb ist überdies der Bau mehrerer neuer Kindertagesstätten vorgesehen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Solingen: Wohngebiete für junge Familien geplant


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.