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Solingen
Wohnhaus für junge Menschen im Rollstuhl

Solingen: Wohnhaus für junge Menschen im Rollstuhl
Der Verein Pro Mobile errichtete an der Wiefeldicker Straße in Aufderhöhe ein Wohnhaus für junge Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Nach einem Jahr Bauzeit will der Verein Pro Mobil seinen Neubau in Aufderhöhe im Dezember einweihen. Zehn junge Rollstuhlfahrer sollen hier ein unabhängiges Leben führen können. Von Maxine Herder

In rund einem Monat soll in dem großen Holzhaus an der Wiefeldicker Straße in Aufderhöhe alles fertig sein: Dann können hier, im neuen Wohnhaus für Menschen mit Behinderung des Velberter Vereins Pro Mobil, die ersten Mieter einziehen. Dabei richtet sich das Angebot ganz gezielt an junge Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind: "Diese Wohnungen sind für junge Menschen ab 18 Jahren gedacht, die das erste Mal von Zuhause ausziehen. Sie haben häufig nicht das Einkommen und finden zusätzlich oft auch keine passende barrierefreie Wohnung. Deshalb schaffen wir dieses Angebot", erklärt Margit Benemann, Geschäftsführerin des Vereins.

Auf drei Etagen erwarten die künftigen Mieter zehn Single-Wohnungen mit jeweils 62 Quadratmetern, Balkon oder Terrasse, offenem Wohn- und Kochbereich sowie einem Schlafzimmer. Zu jeder Wohnung gehört außerdem eine rollstuhlgerechte, unterfahrbare Küche, ein barrierefreies Badezimmer und ein abschließbarer Kellerraum. Im Erdgeschoss gibt es einen großen Hausgemeinschaftsraum, alle Etagen sind über einen Fahrstuhl erreichbar. Auf jeder Etage gibt es außerdem im Flur eine Ladestation und Abstellfläche für Rollstühle. Sie hätten darauf geachtet, so Margit Benemann, die Wege kurz zu halten.

"Die jungen Menschen können hier unabhängig leben. Von uns erhalten sie die entsprechenden Dienstleistungen als Unterstützung." Die Körperbehinderung werde mit einem Assistenten kompensiert, der individuell nach der Hilfsbedürftigkeit unterstützt", so Benemann. Je nach Bedarf der Bewohner werde noch überlegt, ob ein Hintergunddienst eingerichtet wird, der rund um die Uhr vor Ort ist.

Für acht der Wohnungen in dem Haus, das als sozialer Wohnungsbau staatlich gefördert wurde, ist ein Wohnberechtigungsschein erforderlich, zudem darf eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschritten werden. "Diese Wohnungen sind allerdings schon so gut wie vergeben", sagt Margit Benemann. Bei zwei Wohnungen im Haus indes darf das Jahresbruttoeinkommen des Mieters höher sein, sie sind auch noch zu mieten. "Das Jahresbruttoeinkommen darf bei diesen beiden Wohnungen 39.000 Euro nicht überschreiten", so Virginia Möller von der Fachbereichsleitung für den Wohnverbund. Bisher, sagt sie, seien es vorwiegend junge Solinger im Alter von Mitte bis Ende 20, die in das Haus einziehen werden.

1,2 Millionen Euro kostet der Neubau, 30 Prozent davon trägt der Verein. "Ein großer Anteil der Gesamtkosten wird über ein sehr gering verzinstes Darlehen des Bau-Ministeriums finanziert. Zudem wurden wir unter anderem von der Stiftung Mensch unterstützt", sagt Margit Benemann. Der Verein hat bereits Erfahrung mit vergleichbaren Wohnprojekten: In Velbert und Wülfrath betreibt er mehrere ähnliche Häuser. In Solingen hat Pro Mobil 2013 direkt neben dem nun entstehenden Neubau die inklusive Kindertagesstätte "Die kleinen Holzwürmer" eröffnet.

Quelle: RP
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