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Solingen
Zahl der psychischen Erkrankungen steigt an

Solingen. Beim Krankenstand liegt das Bergische Land mit 3,9 Prozent unter dem Landes- und Bundesdurchschnitt, doch sind psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch. Das belegt der aktuelle DAK-Gesundheitsreport für das Bergische, der jetzt vorgestellt wurde. Im Vergleich zum Vorjahr haben psychische Krankheiten die Erkrankungen von Muskel- und Skelettsystem an der Spitze abgelöst. Inzwischen machen Depressionen und Angstzustände 19,5 Prozent aller Fehltage am Arbeitsplatz aus. Von Stefanie Bona

Für den Gesundheitsreport wurden 2015 die Daten von 40.000 Versicherten betrachtet. Ein Krankenstand von 3,9 Prozent bedeute, "dass an jedem Tag 2015 von tausend Arbeitnehmern 39 krankgeschrieben waren", heißt es bei der DAK. Damit stünden die Bergischen vergleichsweise gut da, sagt Dr. Frank Neveling, Leiter des Remscheider Gesundheitsamtes. Dass psychische Krankheiten den größten Teil ausmachen, bereite ihm aber "ein Stück Sorge." Andererseits könne die Zahl auch für eine gute Versorgung sprechen.

Dr. Jörg Hilger, Leitender Arzt der Fachklinik Stiftung Tannenhof, sieht ebenfalls wachsende Zahlen bei psychisch Erkrankten. Dies führt er unter anderem darauf zurück, dass sich die Diagnostik verbessert hat und eine größere Offenheit bei Betroffenen und Ärzten bestehe. Denn Depressionen lösten auch körperliche Beschwerden aus und seien damit früher öfter der Gruppe der somatischen Erkrankungen zugeordnet worden.

Weiterhin widmete sich der Report den Krankheitsunterschieden von Frauen und Männern. Danach werden Frauen im Bergischen häufiger krankgeschrieben, was auch daran liegt, dass sie regelmäßiger einen Arzt aufsuchen. Doch gehen sie häufiger gesundheitlich angeschlagen zur Arbeit als ihre männlichen Kollegen und melden sich öfter krank, um Krankheitszeiten beim Kind zu überbrücken. Dr. Hilger sieht in diesen Ergebnissen ein gesellschaftliches Problem: "Frauen sind heute meistens berufstätig und gehen ihrer Karriere nach. Trotzdem haben sich die Rollenvorstellungen in der Familie noch nicht entscheidend verändert."

Quelle: RP
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