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Solingen
Zaun schützt wandernde Amphibien

Solingen: Zaun schützt wandernde Amphibien
Ulrich Schott (l.) und Markus Klaes bauen mit weiteren Naturschützern einen Zaun, damit Amphibien nicht auf die Straße hüpfen können. FOTO: Nico Hertgen
Solingen. Naturschützer errichteten im Eschbachtal Schutzzaun. Dieser soll verhindern, dass Amphibien überfahren werden.

Eine Kröte, die eine Straße überquert, um zu ihren Laichgewässern zu kommen, ist aus Autofahrersicht kaum wahrnehmbar. Dann sie sieht eher aus wie ein Laubblatt. Neun Helfer und Ulrich Schott, der Ortsverbandsvorsitzende des Bergischen Naturschutzvereins (RBN), kamen jetzt im Eschbachtal zusammen und zäunten eine 600 Meter lange Strecke an beiden Seiten der L 408 ab.

Das soll Amphibien davor bewahren, auf der Landstraße überfahren zu werden. Da die Tiere an den Zäunen nicht weiterkommen, hüpfen sie solange daran entlang, bis sie in den Boden eingelassene Eimer hineinfallen.

Noch bis Ende März sind Freiwillige an jedem Morgen und Abend damit beschäftigt, die Amphibien sicher über die Straße zum Eschbach zu bringen.

600 Meter Zaunstrecke nahe des Tierheims reichen aber lange nicht aus, um alle Amphibien vor dem Tod auf der Straße zu bewahren, betont Ulrich Schott. Tiere, die die L 408 erreichen, nutzten diese nicht nur zum Überqueren. So präsentierten sich Männchen auf dem Asphalt gerne einmal der Damenwelt. "Jeder Autofahrer, der unvorsichtig fährt, hinterlässt bei so vielen Tieren fünf bis zehn tote Kröten", warnt Schott. "Dann wird die Straße glitschig, und das ist wiederum für Motorradfahrer gefährlich."

Für die Zeit der Krötenwanderung wird die erlaubte Höchstgeschwindigkeit deswegen von 100 auf 50 Stundenkilometer begrenzt. "30 Stundenkilometer wären sinnvoller", meinte Schott. Die Straßenverkehrsbehörde will die Geschwindigkeit aber nicht weiter senken. Die Auffahrgefahr sei zu groß." Der Ortsverbandsvorsitzende des RBN wies darauf hin, dass unvorsichtige Fahrer auch für die Kröten-Helfer eine Gefahr darstellen.

Einer von ihnen ist Stefan Schöpfl. "Mir liegt die Natur am Herzen. Ich helfe auch an der Wuppersperre bei der Krötenwanderung", berichtet er. Sobald der Boden eine Temperatur von sechs Grad Celsius erreicht, machen sich Erdkröten, Bergmolche und Grasfrösche auf den Weg zu ihren Laichgewässern.

Feuersalamander gibt es im Eschbachtal ebenfalls, sie laufen allerdings eher selten über die Straße, leben stattdessen in Felshöhlen unter dem Moos. 2000 Wandertieren des Eschbachtals helfen die Freiwilligen in jedem Jahr. In Preyersmühle werden sehr viele überfahren, während es in Neuenflügel sogar einen Krötentunnel gibt, der die Tiere unter der Straße hindurch zu ihrem Ziel bringt.

Sofern es keinen Kälteeinbruch gibt, sind die Krötenhelfer in den kommenden Wochen jeden Tag im Eschbachtal zu finden.

(rbrt)
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