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Solingen
Zeitplan fürs Outlet-Center wackelt

Solingen. "My Urban Outlet" soll im Herbst öffnen. Doch der Investor räumt ein, dass es mit der Start zum Advent "eng wird". Dies bleibe aber Ziel. Die Stadt steckt 600.000 Euro in den Mühlenplatz. Der Brunnen wird verlegt, es kommen neue Sitze. Von Martin Oberpriller, Günter Tewes und Uwe Vetter

Die Hoffnung hat Richard Schmidt noch nicht in Gänze aufgegeben. "Ich gehe weiterhin davon aus, dass der Zeitplan eingehalten wird und die Geschäfte das Weihnachtsgeschäft mitnehmen können", sagt der sozialdemokratische Bezirksbürgermeister von Mitte mit Blick auf die ehemaligen Clemens-Galerien, das jetzige "My Urban Outlet Solingen".

Doch inzwischen mehren sich die Zweifel, ob das neue Outlet-Center in der Solinger Innenstadt wirklich wie geplant im Herbst öffnen kann. Denn auch etliche Wochen nach dem eigentlich für April anvisierten Start der Umbauarbeiten tut sich im alten Einkaufszentrum nach wie vor so gut wie nichts. Zwar sei inzwischen mit einigen vorbereitenden Arbeiten im Inneren des Centers angefangen worden, sagte gestern ein Sprecher des Investors, der Eigentümergesellschaft CR Investment. Gleichzeitig räumte der Sprecher aber ein, dass es womöglich schwierig werde, den Zeitplan einzuhalten. "Es wird zunehmend eng", hieß es am Donnerstag vonseiten des Investors auf Nachfrage unserer Redaktion.

Der Grund für die Verzögerungen ist denkbar einfach. Noch immer sind nicht alle Verträge mit den zukünftigen Mietern unter Dach und Fach - was wiederum zur Folge hat, dass die Arbeiten auf der Stelle treten. Denn erst wenn klar ist, welche Handelsfirmen am Ende ihre Waren im neuen Outlet-Center anbieten, sind die Architekten in der Lage, den Zuschnitt der einzelnen Geschäfte zu planen.

"Da geht es zum Beispiel um die Größe der jeweiligen Ladenlokale", konkretisierte der Sprecher von CR Investment, der die ursprünglichen zeitlichen Zielsetzungen als "ambitioniert" bezeichnete. Dennoch zeigten sich die Verantwortlichen des Investors gestern zuversichtlich, doch noch pünktlich zum Beginn des Weihnachtsgeschäfts zu öffnen. "Das haben wir weiterhin ins Auge gefasst", sagte der Unternehmenssprecher.

Derweil also im Center selbst und auch an der Fassade der alten Clemens-Galerien noch keine Arbeiter sowie Handwerker zugange sind, gehen an anderer Stelle die Vorbereitungen auf "My Urban Outlet" zügig voran. So liegt den Politikern im Planungsausschuss und in der Bezirksvertretung (BV) Mitte seit gestern eine Informationsvorlage der Verwaltung vor, die die Umgestaltung des Mühlenplatzes zum Gegenstand hat.

Da das augenblickliche Erscheinungsbild des 1500 Quadratmeter großen Rondells direkt vor dem Center nach Ansicht des Investors sowie eines Raumplaners nicht zum zukünftigen Aussehen des Outlet-Centers passt, will die Stadt unter anderem die Stufen mit ihren Sitzgelegenheiten umgestalten. Es ist vorgesehen, Holzpodeste zu errichten, die zum Verweilen animieren sollen. Darüber hinaus werden aber auch die Hochbeete am Rondell verschwinden. Und die Verantwortlichen planen, den Springbrunnen auf dem Mühlenplatz zu verlegen sowie eine neue Pflasterung zu schaffen.

Alles in allem eine bauliche Umgestaltung, die ihren Preis hat. Insgesamt rechnen die zuständigen Beamten im Solinger Rathaus für das laufende Jahr 2016 mit einer Summe von 600.000 Euro, die zu 80 Prozent aus Mitteln des Projekts "City 2013" aufgebracht werden soll, während die Stadt ihrerseits die restlichen 20 Prozent zu bezahlen hätte.

Ein erstes Gespräch im zuständigen NRW-Bauministerium habe "ein grundsätzlich positives Votum zur Förderfähigkeit" gebracht, heißt es in der städtischen Vorlage für Ausschuss und BV - was dazu führt, dass die Verwaltung optimistisch ist, nach Einreichen noch fehlender Unterlagen am Ende das Okay vom Land zu bekommen.

Und zuversichtlich sind auch die Macher des Kinos CinemaxX in der ersten Etage der Mall, das ab August "Das Lumen Filmtheater" heißen wird. Wie die Geschäftsführer Meinolf Thies und Lutz Nennmann am Mittwoch bei der Enthüllung des neuen Kino-Namens ankündigten, werden noch in diesem Monat drei neue Leinwände in den Lichtspielsälen und zudem ein neues Ton-System im größten Kinosaal eingebaut.

Wir investieren rund 60.000 Euro", sagten die beiden Geschäftsführer. Hinter der Umbenennung des Kinos steht ein gewachsenes Selbstbewusstsein der Kinobetreiber mit der deutlichen Abgrenzung zu dem Kinofilialisten CinemaxX. Bereits vor über zwölf Jahren hatten Thies und Nennmann von der Hamburger Kinokette die Lichtspielsäle in den Clemens-Galerien übernommen.

Quelle: RP
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