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Solingen
Zentrum für verfolgte Künste öffnet sein Depot

Solingen: Zentrum für verfolgte Künste öffnet sein Depot
Das Bild von Georg Netzband: Kranzlerterrasse unter den Linden, 1939 gemalt in Öl auf Leinwand. FOTO: Kunstmuseum Solingen
Solingen. In den vergangenen Jahren wurden bei Ausstellungen in mehreren Städten Bilder aus der "Bürgerstiftung für verfolgte Künste- Else-Lasker-Schüler-Zentrum - Kunstsammlung Gerhard Schneider" gezeigt.

Hinzu kamen Gemälde, die zur Privatsammlung Schneider gehören. Alle diese Bilder kamen zurück nach Solingen und landeten im Depot. Dort befinden sich auch andere, noch nie gezeigte Bilder. Die Bürgerstiftung besitzt mit rund 500 Bildern mehr als im Gebäude an der Wuppertaler Straße gezeigt werden kann. Jetzt wurden viele dieser Bilder hervorgeholt.

Die aktuelle Ausstellung zeigt Werke von den berühmten Bauhausmeistern Josef Albers und Johannes Itten, vom beliebten Berliner Porträtisten Willy Jaeckel, sie zeigt das ausschweifende Nachtleben in Serien wie "Von Morgen bis Mitternacht" von Bernhard Kretzschmar und "Tingeltangel" von Otto Fischer-Lamberg und sie gibt Einblicke in das Berlin der 20-er und 30-er Jahre mit Gemälden von Robert Liebknecht, dem in Paris studierenden Sohn von Karl Liebknecht, und von Georg Netzband. Beeindruckend ist sein großes Bild "Kranzlerterrasse unter den Linden" von 1939, das der Maler im Versteck in einer Gartenlaube malte und das er bis nach 1945 in einer Blechkiste im Garten vergrub.

Der ehemalige Direktor der schleswig-holsteinischen Museen, Professor Dr. Heinz Spielmann, schrieb zu diesem Bildbestand: "Nur wenige Museen setzen darauf, ihrer Sammlung einen vom Üblichen abweichenden Schwerpunkt zu geben. In den meisten von ihnen findet sich in ähnlicher Auswahl das Gleiche, so dass einzelne Ausstellungsräume und sogar ganze Museen als austauschbar erscheinen. Mit der Sammlung Gerhard Schneiders besitzt das Kunstmuseum ein Zentrum, das es kaum anderswo gibt. Zwar sind einzelne der in dieser Sammlung vertretenen Künstler und Gruppen auch an anderer Stelle zu sehen, aber in keinem von ihnen sind wie in der Sammlung Schneider Maler aus allen Kunstlandschaften Deutschlands präsent, die zum frühen Expressionismus und seiner Nachfolge einen eigenen, spezifischen Beitrag leisteten."

Zu den grafischen Blättern ergänzte er: "Sie allein gäben der Sammlung ihren Stellenwert, insbesondere unter den vergleichbaren Beständen berühmter Kupferstichkabinette."

(red)
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