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Solingen
Zentrum veröffentlicht Autobiografie

Solingen. Die Universität Osnabrück und das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen wollen die Autobiografie von Auguste Moses-Nussbaum veröffentlichen, der Cousine des jüdischen Malers Felix Nussbaum. Das Manuskript der 92-Jährigen gebe Einblicke in das Leben, Sterben und Überleben der Familie Nussbaum, teilte die Universität mit. Es enthalte zudem wichtige Details über den 1904 in Osnabrück geborenen und 1944 in Auschwitz ermordeten Künstler Felix Nussbaum.

Der Text schildere unter anderem die Wiederentdeckung seiner Kunst und den schwierigen Weg der Bilder Nussbaums nach Osnabrück und zurück in die Welt. Das Buch werde im Göttinger Wallstein Verlag voraussichtlich noch in diesem Jahr erscheinen, erläuterte der Osnabrücker Historiker Christoph Rass. Er will die Autobiografie gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Jürgen Kaumkötter vom Zentrum für verfolgte Künste herausgeben.

Die Bilder von Felix Nussbaum waren 1944 in Brüssel verlorengegangen, wo der Maler im Exil lebte. Die enorme Bedeutung Auguste Moses-Nussbaums für die Wiederentdeckung und Veröffentlichung des gesamten Werkes ihres Cousins sei bislang nicht ausreichend gewürdigt worden, betonte Kaumkötter. Ihr Einsatz habe letztlich 1997 zur Eröffnung des von dem Architekten Daniel Libeskind gebauten Felix-Nussbaum-Hauses in Osnabrück geführt. Auguste Moses-Nussbaum, die in Emden geboren wurde, habe ihre Erinnerungen an das Leben in Deutschland vor 1933 und die nationalsozialistische Verfolgung "beeindruckend und bewegend aufgeschrieben", betonte Rass.

Felix Nussbaum musste schon 1934 aus Deutschland nach Belgien fliehen. Seit 1937 lebte er mit seiner Frau Felka Platek im Exil in Brüssel. Nach einer Denunziation wurden beide im Sommer 1944 verhaftet und über das Sammellager Mechelen am 31. Juli 1944 mit dem letzten von insgesamt 26 Deportationszügen aus Belgien ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert.

(epd)
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