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Solingen
Zirkus-Attraktionen am Weyersberg

Solingen: Zirkus-Attraktionen am Weyersberg
Der Argentinier Carlos Juan (u.), der mit Partner Lillany Vorführungen im sogenannten Todesrad zeigt, gilt als neuer Star in der Zirkusszene. FOTO: Kempner
Solingen. Seit gestern gastiert der Circus Belly-Wien in der Klingenstadt. Noch bis kommenden Dienstag präsentieren die Artisten ihre Künste unter dem Manegendach. Tierschutz wird nach Angaben des Zirkus dabei ganz groß geschrieben. Von Wolfgang Günther

Die Anzahl der Zirkus-Unternehmen ist hierzulande in den vergangenen Jahren dramatisch geschrumpft. Weltbekannte Namen wie Busch, Althoff oder Sarrassani haben ihre Zelte für immer abgebrochen. Und einmal abgesehen von kleinen und oft umstrittenen Familienzirkussen, hat auch in Solingen schon länger kein Groß-Zirkus mehr aufgebaut. Seit gestern ist diese Zeit aber vorbei. Der Circus Belly-Wien gastiert bis Dienstag kommender Woche auf dem Platz vor der Klingenhalle am Weyersberg.

"Der Zirkus von heute hat es nicht einfach. Wir stehen in hartem Wettbewerb mit vielen anderen Unterhaltungsmedien", sagte jetzt Direktor Roman Zinnecker, Spross einer Zirkus-Familie, im Gespräch mit unserer Redaktion über den bisweilen rauen Konkurrenzkampf in dem Geschäft mit den Illusionen unter der Zirkus-Kuppel.

Dabei geht der Stammbaum an Akrobaten und Tierlehrern gerade beim Circus Belly-Wien sehr weit zurück. Und nachdem der Zirkus während der vergangenen 15 Jahre vor allem im Ausland unterwegs gewesen ist, gastiert das Unternehmen nun erstmals wieder mit einer Tournee an verschiedenen Orten in Deutschland.

Solingen ist nun die dritte Stadt auf der aktuellen Reise. "Wir waren viele Jahre lang im Ausland unterwegs und absolvierten erfolgreiche Tourneen in Österreich, den Niederlanden und Irland", berichtete der Zirkusdirektor von den zurückliegenden Stationen.

Derweil war bereits Dienstag das Zelt bereits früh am Weyersberg hochgezogen, es hat für 900 Besucher Platz. Geboten werden klassische Nummern in der Manege, wo der Topjongleur Aron begeistern wird, und hoch unter der Circuskuppel mit Netzakrobatik, atemberaubender Luftakrobatik an seidenen Tüchern und am schwingenden Trapez.

Auch bei den Tierdressuren setzt der Circus Belly-Wien auf die klassische Präsentation von Exoten, Kamelen und Pferden. Direktor Roman Zinnecker führt einen Zug von sechs Kamelen vor, Juniorchef Marlon Zinnecker präsentiert wiederum den Marsstall des Zirkus: Seine Freiheitsdressur mit acht schwarzen Friesenhengsten wurde beim Europäischen Zirkus-Festival mit der Goldmedaille ausgezeichnet.

Besonders für Kinder ist die Pferdenummer "Groß und Klein" immer wieder ein Erlebnis. Marlon Zinnecker koppelt gleich zwei Friesenpferde mit zwei Fallabella-Ponys zu vielseitigen Figuren zusammen "Wir kennen genau die Anforderungen des Tierschutzes und kümmern uns sehr gut um unsere Tiere", sagte Direktor Zinnecker jetzt vor Beginn des Gastspiels in der Klingenstadt und zeigte die großen Boxen der Pferde und Kamele, die nach dem fertigen Aufbau auch einen großen Auslauf am Weyersberg bekommen werden.

Ein neuer Star in der Manege ist der junge Argentinier Carlos Juan, seit fünf Generationen ist seine Familie im Zirkus tätig. Er wird mit seinem Partner Lillany das Todesrad in Bewegung setzen. Zwei große Räder drehen sich auf einer Achse - die akrobatischen und waghalsigen Sprünge auf dem Außen- und Innenrad werden wohl bei einigen Besuchern im staunenden Publikum für feuchte Hände sorgen. Natürlich wird auch ein dummer August das klassische Zirkus-Erlebnis komplett machen.

Bis in den November gastiert der Zirkus in Deutschland, danach wird das große Zelt für den Weihnachtszirkus in der belgischen Stadt Lüttich aufgebaut.

Quelle: RP
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