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Solingen
Zugabe für Schwimmer zahlte sich aus

Solingen: Zugabe für Schwimmer zahlte sich aus
Einen starken Schlussspurt konnte das Freibad Ittertal hinlegen. Gestern Abend endete dort die Freibad-Saison. FOTO: mak
Solingen. Ins Freibad Ittertal, das am Donnerstag Abend die Tore schloss, kamen rund 27.000 Badegäste. Die Bilanz ist trotz verlängerter Badesaison aber durchwachsen. Im städtischen Heidebad gibt es am Wochenende Aktionstage rund um den Hund. Von Alexander Riedel und Uwe Vetter

Lange Schlangen an der Kasse, eine Decke neben der anderen auf der Liegewiese und ein fröhliches Getümmel im Kinderbecken - für das Freibad Ittertal hat es sich ausgezahlt, dass der Badebetrieb buchstäblich bis zum letzten Moment des verlängerten Sommers weiterlief: Während das städtische Heidebad bereits am ersten September-Sonntag geschlossen hatte und nur noch den Vierbeinern beim Hundeschwimmen vorerst letzte Badefreuden beschert, machte die Freizeitanlage in Wald erst gestern Abend endgültig einen Haken unter ihre Schwimmsaison.

Die Resonanz an den heißen Tagen der letzten zwei Wochen konnte sich sehen lassen - konnte das Gesamtergebnis im Ittertal jedoch nur noch ins "untere Mittelmaß" anheben, wie Thomas Czeckay, Leiter der Freizeitbetriebe, resümiert: Insgesamt 27.000 Besucher strömten in den vergangenen gut drei Monaten ins Ittertal - 3000 weniger als im Vorjahr, das auch schon als nicht optimal bewertet worden war. "In manchen Jahren hatten wir 35.000 bis 40.000 Gäste, in anderen aber auch nochmal deutlich weniger Leute als zuletzt", wiegelt Czeckay ab.

Gefährdet ist der Betrieb der Anlage zwar nicht: "Aber man kann nie wissen, was passiert und ob auf einmal Kosten von 100.000 Euro auf uns zukommen", sagt Czekay. Schon die laufenden Kosten verschlingen soviel Geld, das für manch eine erwünschte Modernisierungsmaßnahme kaum ein Spielraum bleibe.

Für Thomas Czeckay und sein Team beginnt schon bald die arbeitsintensive Vorbereitung auf den Winter: Alles, was zur Sommersaison gehört, kommt erst einmal weg, Pumpen und Filter müssen gereinigt werden, und dann steht schon die Vorbereitung der Schlittschuhe auf dem Programm. "Die kostet auch viel Zeit", weiß Czeckay und betont: "Bis zur Winter-Saison geht es immer sehr schnell - zumal wir durch den verlängerten Badebetrieb sowieso schon ein wenig hinterher sind."

Ende November sollen die ersten Gäste der Freizeitanlage im Ittertal auf dem Eis ihre Runden drehen. Mitte Mai laden deren Betreiber dann wieder zum Badevergnügen ein - und hoffen ähnlich wie die städtische Bädergesellschaft darauf, dass sich der nächste Sommer nicht so lange bitten lässt.

Während sich im Ittertal das Durchhaltevermögen auszahlte und im sommerlichen Schlusssport noch einmal richtig Kasse gemacht werden konnte, ist die Stimmungslage bei der Stadt beziehungsweise der Bädergesellschaft sichtlich getrübt. Denn bereits am Sonntag, 4. September, wurde im Heidebad die Badesaison eingestellt. Eine kurzfristige flexible Lösung mit der Verlängerung der Öffnungszeiten konnte wegen Urlaub des Personals und anstehenden Vorbereitungsarbeiten für den Winter nicht mehr umgesetzt werden. "Nächstes Jahr wird das im Heidebad anders sein", kündigte der Vorsitzende des Sportausschusses, Ernst Lauterjung, an. Die neue Geschäftsführerin der Bädergesellschaft, Kirstin Olsen-Buchkremer, stellte dies jedenfalls in der jüngsten Sitzung des Sportausschusses in Aussicht. "Wir können ihr keine Vorwürfe machen, zumal sie erst seit dem 1. Juli im Amt ist und die Entscheidungen mit den Urlaubsanträgen schon weit vorher getroffen worden waren", sagte Lauterjung. Der Sportausschuss-Vorsitzende ergänzte: "Wir sind alle keine Wetterfrösche, aber in der Badesaison 2017 werden wir im Heidebad die Voraussetzungen dafür schaffen, flexibel reagieren zu können."

Einige tausend Badegäste mehr hätten jetzt durch die längeren Öffnungszeiten durchaus die Besucherbilanz im Heidebad aufbessern können. So sind es lediglich rund 25.000 Badegäste gewesen, die das Heidebad besuchten. Immerhin: Nach Ende der Saison, ab dem 7. September, wurde das Tor des Heidebades noch einmal für das Hundeschwimmen geöffnet: Jeweils mittwochs bis sonntags von 12 bis 18 Uhr können Hunde mit ihren Frauchen und Herrchen das Heidebad besuchen. Die Hunde dürfen schwimmen und auf der Wiese toben. Der Eintritt pro Hund beträgt zwei Euro.

Immerhin 725 Hunde wurden in den ersten fünf Tagen gezählt. Am Wochenende, 17./18. September, ist aber endgültig Saisonabschluss im Heidebad, und zwar mit Aktionstagen rund um den Hund jeweils von 12 bis 18 Uhr. Agility-Vorführungen des Hundevereins DvG Solingen-Höhscheid/Klingenflitzer stehen auf dem Programm, Hundefrisöre, eine Tierpsychologin und die Hundestaffel des Malteser Hilfsdienstes sind vor Ort.

Quelle: RP
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