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Solingen
Zukunft trifft Vergangenheit auf der Solinger Autoschau

Solingen. Zum 46. Mal präsentierten Betriebe der Solinger Kfz-Innung ihre Fahrzeuge im Theater und Konzerthaus - neben vielen neuen Fabrikaten auch Oldtimer.

Eigentlich durchstreiften Frank Pöschel und Silvia Groß das Theater und Konzerthaus auf der Suche nach einem neuen Auto. Auf der Bühne im Pina-Bausch-Saal jedoch fiel ihr Blick erst einmal auf ein historisches Schmuckstück: "Guck mal, die alte Harley, die hat noch einen Starrrahmen", sagte Pöschel. Die Händler, die wie in den Vorjahren diverse Zweiräder ausstellten, schlugen die Brücke zwischen Modernität und Nostalgie.

"Hier findet man zum Beispiel neben der neuen Honda-Maschine aus dem Jahr 2016 auch alte Modelle aus den 70er Jahren", sagte Erhard Kleinsorge, der auch als frisch gebackener Ruheständler die Organisation der Solinger Autoschau in seine Hände genommen hatte. Seltenheitswert unter den Exponaten hatte ein Roller der Solinger Fahrradfabrik aus dem Jahr 1949. "Viele kennen diese Firma gar nicht mehr", sagte Kleinsorge. Mitgebracht hatte das Fahrzeug der Zweiradservice Willi Henkel.

Der steuerte auch ein weiteres Highlight zur Ausstellung bei: ein scheinbar normales Fahrrad, das sich zum E-Bike umbauen lässt. "Das ist natürlich super praktisch", kommentierte Besucher Christoph Becker. Für ihn gehört der Bummel über die Autoschau seit vielen Jahren zum Standardprogramm im Frühling. "Ich habe hier früher auch mal ein Auto für mich entdeckt, diesmal bin ich nur zum Gucken hier." Und zu sehen gab es in der Tat einiges: Insgesamt 146 Pkw und Kombis von 27 Fabrikaten konnten die Gäste in sämtlichen Räumen des Kulturhauses bewundern - darunter auch Edelflitzer wie den neuen Porsche 911 Carrera 4 S, der zum stolzen Preis von 147.750 Euro zu haben wäre.

Ziel der Veranstalter und der 17 teilnehmenden Aussteller war es jedoch nicht nur, ihr Angebot gebündelt zu präsentieren, sondern auch Interesse an einer Ausbildung, etwa als Kfz-Mechatroniker oder Automobilkaufmann zu wecken. "Der Bedarf ist groß", sagte Nico Stamm, Werkstattmeister beim gleichnamigen Autohaus und Lehrlingswart der Kfz-Innung. Im Konzertsaal stellte das Friedrich-List-Berufskolleg verschiedene Ausbildungsgänge vor. "Die Ansprüche an die Qualifikation sind gerade angesichts der technischen Standards hoch", erklärte Stamm und legte damit den Finger in die Wunde: Bei einem Eignungstest des Berufskollegs war jüngst nur einer von zehn Bewerbern für eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker als geeignet eingestuft worden.

Moderne Technologie bestaunten viele Besucher unter anderem in der Angebotspalette des Toyota-Händlers Lackmann. Dessen Geschäftsführer Matthias Ehlers, seit einem Jahr Obermeister der Innung, musste immer wieder die Funktionsweise seiner neuesten Errungenschaft erklären: Der Toyota "Mirai" - das japanische Wort für Zukunft - wird mit einer Brennstoffzelle angetrieben. Mit einer Tankfüllung Wasserstoff soll das Auto 500 Kilometer zurücklegen können. Die nächste entsprechende Tankstelle ist an der Automeile Höherweg in Düsseldorf. "In 15 Jahren wird das die Antriebstechnologie schlechthin für Autos sein", prognostizierte Ehlers. Sogar als Notstromaggregat für ein Haus soll der Wagen, der seit Herbst in Deutschland auf dem Markt ist, einsetzbar sein. Der Haken für viele Kunden ist - wie so oft - der Preis: Die viertürige Limousine der oberen Mittelklasse kostet 78.600 Euro.

Frank Pöschel und Silvia Groß hielten eher Ausschau nach einem Wagen der unteren Mittelklasse. "Bisher sind wir leider noch nicht fündig geworden", gestand Groß. Allerdings hatten die beiden bis dahin auch erst die Hälfte der riesigen Ausstellung durchforstet.

(ied)
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