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Solingen
Zum Glück fehlt nur der eigene Proberaum

Solingen: Zum Glück fehlt nur der eigene Proberaum
Sänger und Gitarrist Jannik Föste will mit seiner Musik Gefühle vermitteln. In seinen Texten mit eingängigen Melodien verarbeitet der 26-jährige Solinger auch persönliche Erlebnisse. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Jannik Föste hat sich als fester Bestandteil der Solinger Musikszene etabliert. Vor einigen Monaten kam sein Debütalbum heraus. Morgen tritt der 26-jährige Sänger und Songschreiber mit seiner Band bei der Sommerparty auf. Von Alexander Riedel

Kürzlich schloss sich für Jannik Föste gewissermaßen ein Kreis: Der Solinger Musiker trat auf der Hochzeit des Mannes auf, der ihm einst zehn Gitarrenstunden gegeben hatte. Den Wunsch, einmal Musik zu machen, habe er schon als kleiner Junge gehabt, berichtet der heute 26-Jährige. Endgültig verfestigt habe er sich im Alter von zwölf oder 13 Jahren. "Damals kamen die Freunde meines Bruders mit der Gitarre an", erinnert sich Föste.

Inzwischen ist aus seiner Leidenschaft längst ein Beruf geworden - im vergangenen Jahr spielte er mit seiner Band das Debütalbum "Was bleibt" ein, das sich thematisch sehr stark mit dem Thema Beziehungen in allen Facetten, auch den schmerzvollen, befasst. "Diese Leitidee stammt aus früheren Einträgen in meinem Tagebuch", verrät der Sänger und Komponist. Das Titellied der CD hatte sich zuvor sogar schon in der Werbung wiedergefunden - als Soundtrack für ein Buch mit Häkelanleitungen. "Es war spannend zu sehen, dass man damit Geld verdienen kann", erzählt Föste, der nach der Schule zunächst eine Ausbildung zum Bürokaufmann in einem Golfladen absolviert hatte. "Damals habe ich bis zu zwölf Stunden gearbeitet, so dass zum Musikmachen kaum noch Zeit blieb", sagt Föste, dem der Kontakt zur Violinistin Regina Reinert die Tür zu anderen jungen Musikern der Klingenstadt öffnete.

Eine weitere wichtige Begegnung war die mit Eventmanagerin Petra Krötzsch: Sie lernte den jungen Gitarristen und Sänger beim Spielen in einer Galerie im Südpark kennen und stellte ihn schließlich dem Saxophonisten Wolf Codera vor. Die ersten Auftritte bei dessen Reihe "Session Possible" folgten für Jannik Föste. Ehrensache, dass der aufstrebende Musiker mit seiner Band auch beim ungewöhnlichsten Solinger Konzertereignis mitmischte: Bei der Kulturnacht gesellten sie sich zur langen Reihe von Künstlern, die den ständig wechselnden Fahrgästen in den prall gefüllten Obussen eine beschwingte Reise bescherten: "Das war eine der spannendsten Erfahrungen, die ich je gemacht hatte", schwärmt Föste, dessen Band sich auch von Technikaussetzern, Schlaglöchern und aus Versehen vor das Mikrofon laufenden Zuhörern nicht aus der Fassung bringen ließ: "Man darf bei einem Auftritt in diesem Rahmen nicht perfektionistisch sein, es geht darum, Spaß zu haben." Gefühle zu vermitteln bezeichnet er als wichtiges Anliegen seiner Musik, die persönliche Texte mit eingängigen Melodien verbindet und dabei ein bisschen Lagerfeuer-Atmosphäre verbreitet.

Auf ein einzelnes musikalisches Vorbild will er sich dabei nicht festlegen: "Zur Zeit mag ich Gregor Meyle und Johannes Oerding sehr gern, aber das ist immer eine Momentaufnahme." Die Liste seiner Idole reicht von den Beatles über David Bowie bis zu deutschen Rappern wie Samy Deluxe. Morgen ist Jannik Föste zum zweiten Mal bei der Sommerparty Echt.Scharf.Solingen zu Gast. "Das ist das Größte, was wir in Solingen haben", sprühen er und seine Bandmitglieder vor Vorfreude. Nach dem ersten Album und Auftritten vor großen Publikum fehlt der Gruppe nur noch ein fester Proberaum: Den letzten mussten sie verlassen, weil das Gelände anderweitig genutzt wird.

Quelle: RP
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