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Solingen
Zusatzzug soll Bahn-Chaos entschärfen

Solingen: Zusatzzug soll Bahn-Chaos entschärfen
Die S 1 wird täglich von Tausenden - hier in Hilden - genutzt. Kommt es zu Verspätungen, enden die Züge oft in Hilden und fahren nicht bis Solingen. FOTO: Köhlen
Solingen. Wegen Verspätungen im Ruhrgebiet fielen gestern zwischen Solingen und Düsseldorf erneut S-Bahnen aus. Tausende kamen zu spät zur Arbeit. Ab Februar hält die Bahn einen zusätzlichen Zug bereit, der bei Ausfällen eingesetzt wird. Von Martin Oberpriller

Am Hauptbahnhof in Ohligs ging phasenweise nichts mehr. Auf der Bahnstrecke zwischen Solingen und Düsseldorf ist es zu Wochenbeginn einmal mehr im Berufsverkehr zu teils chaotischen Zuständen gekommen. Weil etliche Züge der S-Bahn "S 1" ganz ausfielen oder erhebliche Verspätungen hatten, kamen am Montag Tausende von Pendlern zu spät zur Arbeit.

Ein Zustand, der nach dem Willen der Bahn demnächst der Vergangenheit angehören soll. "Ab Februar 2016 wird am Flughafen-Bahnhof in Düsseldorf ein zusätzlicher Zug stationiert werden", kündigte gestern ein Sprecher der Bahn AG im Gespräch mit unserer Redaktion an. Der Plan ist, diesen Zug immer dann nach Solingen in Gang zu setzen, wenn es auf der Strecke der S 1 zu erheblichen Verspätungen kommt. Die außerfahrplanmäßige Bahn könnte dann ein Ersatz sein für solche Züge, die auf dem Weg von Düsseldorf in die Klingenstadt in Hilden wenden, um bereits entstandene Verzögerungen in der entgegengesetzten Richtung wieder einzuholen.

Zurzeit laufen Gespräche mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr als Auftrageber des Nahverkehrs auf der Schiene. Dabei müsse aber nur noch geklärt werden, wie das zunächst auf sechs Monate befristete Modell zu finanzieren sei, teilte die Bahn mit, die sich von dem zusätzlichen Zug ein merkliche Entspannung - vor allem zu Rushhour-Zeiten - erhofft.

Wie dringend eine solche Verbesserung angezeigt erscheint, war gestern zum wiederholten Male am Solinger Hauptbahnhof zu beobachten. Dort warteten am Morgen bis zu 1000 Reisende gleichzeitig. Der Grund: Nach dem Stellwerkbrand vor einigen Wochen in Mülheim hat die Bahn weiter Schwierigkeiten, die Fahrpläne im Ruhrgebiet einzuhalten. An vielen Bahnhöfen steht für den Fern- wie für den Nahverkehr nur ein Gleis zur Verfügung. Und das wiederum hat zur Folge, dass vor allem in Essen und Bochum Verspätungen anfallen, die dann - mit zeitlicher Verzögerung - auch in Solingen für Ärger sorgen.

"Wir können uns für die Verspätungen vom Montag nur entschuldigen", sagte der Bahnsprecher. Leider sei es in den Morgenstunden unmöglich gewesen, den während der Rushhour vorgesehenen Zehn-Minuten-Takt bei der S 1 einzuhalten. "Drei der zwischengeschalteten Züge mussten ausfallen", räumte der Sprecher ein. Darüber hinaus seien aber auch einige der im 20-Minuten-Takt verkehrenden Bahnen nicht bis Solingen-Hauptbahnhof gefahren, sondern in Hilden gewendet worden. Denn in der Tat sei es nur so möglich, noch größere Verspätungen auf der Strecke Düsseldorf - Dortmund zu vermeiden.

Dies jedoch hatte zur Folge, dass am Hauptbahnhof zwischenzeitlich mehrere S-Bahnen hintereinander ausfielen und die Pendler nicht weiterkamen. Erst gegen 11 Uhr löste sich das Chaos auf, ehe es am Abend erneut zu teils erheblichen Verspätungen kam - diesmal aber nicht aufgrund der Stellwerk-Probleme, sondern wegen eines Notarzt-Einsatzes im Düsseldorfer Norden.

Am Vormittag war die Stimmung der Reisenden denkbar schlecht gewesen, zumal der parallel nach Hilden fahrende Bus für viele keine Alternative darstellt. "Das dauert länger. Und man muss in Solingen von einem zum anderen Bahnhofsende rennen", sagte ein Mann, der täglich pendelt.

Tatsächlich kann die Bahn auch für die nächsten Tage keine Entwarnung geben. Es sei nicht auszuschließen, dass es wieder zu Engpässen im Ruhrgebiet komme, die sich in Solingen bemerkbar machen, hieß es. Eine Ausweichgelegenheit bieten höchstens die zwei Züge der vom Verkehrsunternehmen Abellio betriebenen S 7 (Müngstener), die um 8.20 sowie um 9 Uhr ab Solingen bis Düsseldorf fahren. "Diese Bahnen sind bisweilen gut gefüllt", sagte eine Abellio-Sprecherin, die gleichwohl eine Einschränkung machte. Denn jene Züge sind nicht für alle Pendler eine Alternative, weil sie weniger Haltepunkte haben. So wird etwa der Haltepunkte Vogelpark nicht bedient.

Quelle: RP
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