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Serie 10 Jahre Regionale (8)
Zwei neue Bahnhöfe mit Busanschluss

Serie 10 Jahre Regionale (8): Zwei neue Bahnhöfe mit Busanschluss
Insbesondere die Verknüpfung von Bus und Bahn stand beim Bau der Bahnhöfe im Vordergrund. FOTO: Kempner Martin
Solingen. Der Bahnhof Mitte an der Schützen- / Bismarckstraße und der Haltepunkt Grünewald ersetzten den früheren Hauptbahnhof im Südpark. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2006 ist der Hauptbahnhof im Stadtteil Ohligs. Von Uwe Vetter

Die Dachkonstruktion aus Edelstahl wirkt ebenso futuristisch wie filigran. Überall ist sie gleichwohl nicht geschlossen - doch das war vor zehn Jahren bei der Gestaltung des Bahnhofes Mitte auch nicht erwünscht. "Das Dach erfüllt dennoch seine Wetterfunktion und schützt bei Regen", sagt Karsten Ditscheid. Der Ingenieur war früher Leiter der Abteilung Projektsteuerung Straßen und hat nicht nur beim Regionale-Projekt Bahnhof Mitte, sondern auch beim neuen Haltepunkt Grünewald mitgewirkt.

Beide Bahnstationen ersetzten den schmuddeligen Hauptbahnhof im Südpark. "Es war eine schöne, kurzweilige Zeit mit den Regionale-Projekten. Man sah, dass etwas Neues entstand. Alle haben begeistert gearbeitet", sagt Ditscheid auch mit Blick auf die damaligen Projektleiter Stephan Mayr (Bahnhof Mitte) und Detlef Diekel.

Auch zehn Jahre danach können sich die beiden Bahnstationen durchaus noch sehen lassen. "Sie wirken sehr gepflegt. Der Bahnhof Mitte und der Haltepunkt Grünewald sind sehr gelungen und erfüllen vor allem die ÖPNV-Verknüpfung voll", sagt der Mitarbeiter der Technischen Betriebe Solingen (TBS).

Der Zugang zum Bahnsteig am Bahnhof Mitte wurde im Dezember 2006 freigegeben. Allerdings damals nur über die Treppe an der Brühler Straße. Exakt um 11.15 Uhr an jenem 8. Dezember 2006 eröffnete der damalige Oberbürgermeister Franz Haug den neuen Bahnhof. Das Gebäude über den Gleisen im spitzen Dreieck zwischen Schützen- und Bismarckstraße wurde mit zeitlicher Verzögerung allerdings erst einige Monate später, Anfang Juni 2007, offiziell in Betrieb genommen. "Wir mussten die Brücke Schützenstraße erweitern, um die drei Meter breite Busspur anbauen zu können", sagt Karsten Ditscheid.

Zu den vorbereitenden Arbeiten zählte am Bahnhof Mitte auch, von der Schützenstraße eine Linksabbiegespur in die Rathausstraße anzulegen. "Nur so war letztlich die Realisierung der Planstraße zwischen den beiden Brücken Schützen- und Bismarckstraße möglich. Dort, wo heute die kleine Planstraße verläuft, war früher unter anderem ein Küchenstudio ansässig, das im Gewerbegebiet an der Dönhoffstraße einen neuen Standort angeboten bekam.

Die Buslinien 684, 686 und 697 sowie 681 und 683 fahren den Bahnhof Mitte an. Pendler können dort trockenen Fußes zwischen Bus und Bahn zur "S7" ("Der Müngstener") wechseln, die am Bahnhof Mitte ebenso Halt macht wie am neuen Haltepunkt Grünewald. Der wurde schon am 6. Mai 2006 in Betrieb genommen. Morgens um 6 Uhr hielt damals der erste Zug aus Remscheid kommend an dem 105 Meter langen Bahnsteig in unmittelbarer Nähe des Zwillingswerkes. Mit den beiden neuen Bahnstationen in Mitte und in Höhscheid wurde in Ohligs schließlich zum Fahrplanwechsel im Dezember 2006 der Hauptbahnhof eingerichtet.

"Die beiden Bahnhöfe liegen nur kurz voneinander entfernt. Wegen der unterschiedlichen Buslinien, die jeweils dort ankommen, ist aber auch vom Fördergeber der Bau von zwei neuen Stationen begrüßt worden", erzählt Karsten Ditscheid.

Drei Bussteige, eine öffentliche Toilette, ein halbes Dutzend Bäume, eine Telefonsäule, ein Fahrkarten-Automat, ein Fahrgast-Informationssystem und eine Stele, die über Projekte der Regionale 2006 informiert, schmücken den Bahnhof zwischen Schützen- und Bismarckstraße.

Natürlich auch ein Aufzug, der wie am Haltepunkt Grünewald schon oft wegen Vandalismus defekt und ebenso oft repariert werden musste. Beide Aufzüge gehören in den Zuständigkeitsbereich der Deutschen Bahn und nicht der Stadt", sagt Karsten Ditscheid, der insbesondere am Bahnhof Mitte auch weiterhin ein Taubenproblem sieht - mit dem damit verbundenen Dreck, der nicht nur die Fahrgäste ärgert.

Doch auch dort soll in Kürze wenigstens etwas Abhilfe geschaffen werden, kündigt der Ingenieur an. Ganz vertreiben werde man die fliegenden Plagegeister unter den Dächern über den Gleisen aber nicht, weil sie sich sonst an anderer Stelle im Stadtgebiet Mitte ansiedeln würden. Mit entsprechenden Vorrichtungen will man die Tiere aber aus den Bereichen verdrängen, die von den Bus- und Bahnpendlern am häufigsten genutzt werden.

Quelle: RP
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