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Solingen
Zwei neue Familienzimmer im Klinikum

Solingen: Zwei neue Familienzimmer im Klinikum
Neues Familienzimmer im Städtischen Klinikum: Chefarzt Dr. Sebastian Hentsch, Sascha Ramm mit Frau Christina und Tochter Mika-Paulina (v.l.). FOTO: Martin Kempner
Solingen. Um steigenden Geburtenzahlen und einer steigenden Nachfrage nach Familienzimmern gerecht zu werden, wurden auf der Wochenbettstation des Städtischen Klinikums an der Gotenstraße neue Zimmer geschaffen. Von Maxine Herder

Christina und Sascha Ramm gehören zu den ersten Paaren, die eines der neuen Familienzimmer auf der Wochenbett-Station des Klinikums nutzen können: Vor gerade einmal vier Tagen ist Töchterchen Mika Paulina auf die Welt gekommen. In einem von zwei neuen Familienzimmern, in dem Mutter, Vater und das Neugeborene untergebracht werden, genießen sie die ersten gemeinsamen Tage und erholen sich von der Geburt.

Mit den beiden zusätzlichen Familienzimmern reagiert das Städtische Klinikum auf steigende Geburtenzahlen - und eine dementsprechend steigende Nachfrage nach Patientenzimmern für Mutter, Vater und Kind: Mit rund 1200 Geburten rechnet Dr. Sebastian Hentsch, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, bis Ende dieses Jahres. 2014 sind 1018 Kinder im Klinikum auf die Welt gekommen. "Wir konnten in den vergangenen vier Jahren jährlich einen Zuwachs von zehn Prozent verbuchen, in diesem Jahr sind es 15 Prozent mehr. Es war notwendig, dass wir auf diesen regelrechten Boom reagieren und Kapazitäten mit einem entsprechenden Standard schaffen", so Hentsch.

In rund drei Monaten sind die Räume, die vormals unter anderem für das Stillcafé genutzt wurden, zu zwei hellen, freundlichen und modernen Patientenzimmern, jeweils mit separater Dusche und Toilette, umgebaut worden. In der vergangenen Woche wurden die Arbeiten, die im laufenden Betrieb erfolgten, abgeschlossen. Knapp 60.000 Euro hat das Klinikum an der Gotenstraße in Ausstattung und den Umbau investiert. "Die Beliebtheit der Familienzimmer nimmt deutlich zu. In den vergangenen Jahren konnten wir dieses Angebot meist nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung stellen", erklärt Hentsch.

Um gleichzeitig in allen neun Patientenzimmern auf der Station einen vergleichbaren Standard garantieren zu können, laufen derzeit noch in weiteren Zimmern Renovierungsarbeiten. Es ist die konsequente Fortführung einer Entwicklung, die das Klinikum bereits seit Jahren vorantreibt: Vor vier Jahren wurde die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe als "Babyfreundliches Krankenhaus" von der Weltgesundheitsorganisation WHO und Unicef zertifiziert, im Januar dieses Jahres erhielt auch die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin dieses Gütesiegel. "Es gibt mit uns nur drei Krankenhäuser in Deutschland, die mit beiden Kliniken zertifiziert sind", so Klinikums-Sprecherin Karin Morawietz.

Vor zwei Jahren wurde außerdem der Kreißsaal-Bereich umfassend modernisiert und hell, freundlich und modern gestaltet. "Viele Leute stellen sich einen Kreißsaal nicht so vor und sind positiv überrascht", sagt die Leitende Hebamme Bozica Luketic.

Aus dem südlichen Wuppertal genauso wie aus Hilden und Haan kämen mittlerweile viele Patientinnen. Denn natürlich, sagt Dr. Sebastian Hentsch, sei Geburtshilfe auch Wettbewerb. "Die Leute haben schließlich neun Monate Zeit sich zu überlegen, wo sie entbinden möchten."

Zugleich jedoch weiß der Chefarzt um die Stärken seines Hauses: "Die Zahl der Geburten steigt allgemein nicht so stark an, dass der Geburten-Boom im Klinikum damit zu erklären wäre. Ich gehe davon aus, dass es vor allem an der kontinuierlichen Arbeit unserer Mitarbeiter liegt. Das Zertifikat ,Babyfreundliches Krankenhaus' erfordert einen unheimlichen Aufwand, einen hohen Stellenschlüssel, viel Organisation und eine konsequente Fort- und Ausbildung der Mitarbeiter. Dies wirkt sich nicht nur medizinisch aus, sondern auch in der Zusammenarbeit: Die Mitarbeiter haben eine gemeinsame Vision und ziehen an einem Strang."

Quelle: RP
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