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Solingen
Zwischen Miniaturwäldern und Tulpenzwiebeln

Solingen. Mit Spaten, Taschen und Eimern bewaffnet erobern die Besucher die Beete, wo vor kurzem noch Tulpen, Hyazinthen, Narzissen und Kaiserkronen geblüht haben. Eigentlich sollte der mittlerweile 7. "Zwiebeltag" erst um 14 Uhr beginnen, "aber um 20 vor Zwei war schon so ein Ansturm, dass wir die Beete freigegeben haben", erzählt Matthias Nitsche, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Botanischer Garten. Besonders das Beet mit den Kaiserkronen wurde gestürmt. "Die Leute haben fast schon einen Hechtsprung durchs ganze Beet gemacht", meint Nitsche. Dabei war klar geregelt - nur eine Kaiserkronen-Zwiebel pro Person.

Rund 12.000 Blumenzwiebeln lagen gegen eine Spende für die Stiftung zum Ausgraben bereit. Nicht so ganz einfach - der Boden war trocken und hart.

"Es muss alles raus", betont Nitsche. Nach dem Zwiebeltag werden die Beete ordentlich umgegraben, die restlichen Zwiebeln eingesammelt. "Dann werden unsere 900 Dahlien gesetzt", erzählt Nitsche. Schließlich sollen sie ab August in voller Blüte stehen.

Wer nicht mit Spaten und Hacke unterwegs war, tummelte sich in den Gewächshäusern, wo es nicht nur liebevoll gepflegte Bonsaibäumchen zu bestaunen gab, sondern in diesem Jahr auch Miniaturwälder. Zum dritten Mal veranstaltete der "Bonsaiarbeitskreis Solingen" seine Jahresausstellung in den Gewächshäusern und hatte in diesem Jahr erstmals auch Gäste mit dabei. So brachte die "Manga-Mal-AG" der Hauptschule Central mit ihren Mangas japanisches Flair in die Kakteenhalle. Die Künstlerin Johanna Setiadi zeigte fernöstliche Tuschezeichnungen, die sie gegen Spende für die Stiftung auch gerne an Interessenten abgab. Ein Augenschmaus waren jedoch die Miniaturwälder, die die Ausstellung bestimmten. So waren allein zwölf der rund 40 Ausstellungsstücke Miniwälder. Drei davon hat Ernst Theis angelegt, wie ein Mischwald, den er seit 2011 gestaltet.

"Man arbeitet jahrelang daran", erklärt er. Allein, um eine richtige Harmonie und notwendige Tiefe zu erreichen. Auch ein Mini-Bonsai-Ulmenwäldchen, das man auf einer Hand balancieren kann, zeigte Theis. An den jüngeren Wäldern war schön der Werdegang einer solchen Bonsaianlage zu erkennen. Joachim Rehmer hat ein Prachtexemplar mitgebracht. Auf einer 1,30 Meter langen Platte hat er 13 Sicheltannen stehen. "Die habe ich alle aus Stecklingen selbst gezogen." Inzwischen sind sie zu einem dichten Wald herangewachsen, der viel Arbeit macht. "Im Sommer muss ich dreimal täglich gießen", verrät Rehmer. Seit 2002 gehört er zu den 13 Aktiven des Bonsaiarbeitskreises Solingen.

Der Bonsaiarbeitskreis trifft sich jeden zweiten Montag im Monat um 19 Uhr bei der Awo an der Georg-Herwegh-Straße 25.

(sue)
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