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Tönisvorst
Abschied für Pfarrer mit Herz und Verstand

Tönisvorst: Abschied für Pfarrer mit Herz und Verstand
Ludwig Kamm (am Pult) zelebrierte gestern Nachmittag seine letzte heilige Messe als Pfarrer von Tönisvorst. Mit dabei waren auch Regionaldekan Johannes Quadflieg (links) und der Kempener Propst Dr. Thomas Eicker (2.v.l.). FOTO: Kaiser
Tönisvorst. Mit einem festlichen Gottesdienst und einem herzlichen Empfang im Haus Vorst verabschiedeten die Pfarrgemeinden St. Godehard Vorst und St. Cornelius St. Tönis gestern Nachmittag ihren langjährigen Pastor Ludwig Kamm. Von Stephanie Wickerath

Gut zwei Stunden dauerte er, der festliche Gottesdienst, mit dem die Gemeinden St. Godehard Vorst und St. Cornelius St. Tönis gestern Nachmittag ihren Pfarrer Ludwig Kamm verabschiedeten. Mit 69 Jahren geht der Pastor in den Ruhestand, bleibt der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Kempen-Tönisvorst aber noch als Subsidiar erhalten.

Als Vorster Pfarrer aber hielt Ludwig Kamm am gestrigen Sonntag in der überfüllten Kirche St. Godehard seine letzte Predigt. "Wir kann ich die christliche Gemeinde lebendig halten?", habe er sich gefragt, als er vor 27 Jahren nach Vorst kam. Eine Schrift sei ihm in die Hände gefallen, die das Wort "Brot" zierte. "Brot als Abkürzung für beten, reden, offen sein und teilen", erklärt der Pfarrer. Er habe stets versucht, diese Werte umzusetzen.

"Wir haben viel zusammen gebetet, mir war es immer wichtig, dass wir miteinander reden, statt übereinander, wir waren offen füreinander und für die Welt und haben geteilt mit Burundi, Rumänien und über ,Action Medeor' und das Kindermissionswerk auch mit Indien und anderen Ländern", zählt der Pfarrer auf und bedankt sich bei den vielen engagierten Menschen in Tönisvorst.

Aber Kamm hat noch ein anderes Anliegen: "Ich bitte um Vergebung, wenn ich dem Einen oder Anderen mal auf den Fuß getreten habe, ich weiß, dass ich das kann." Abschließend gibt der 69-Jährige seinen Gemeinden noch einen Rat: "Geht mit Zuversicht in die Zukunft, denn Christus geht mit Euch."

Viele gute Wünsche für die Zukunft erreichen den scheidenden Pfarrer auch selbst beim anschließenden Empfang im Haus Vorst, wo sich viele Menschen an ihre persönliche Begegnung mit dem Seelsorger erinnern. Mit dabei sind zahlreiche Vereinsvertreter, Messdiener, Menschen, die mit Pfarrer Kamm nach Burundi gereist sind, wo er das Zachäushaus für Kinder und Jugendliche mitbetreut und andere Weggefährten. Eigens für die Verabschiedung angereist sind aus Burundi Bischof Simon und Schwester Josephine, die den Gottesdienst mit einem Lobgesang auf afrikanisch bereichern. Zunächst reagieren die Gottesdienstbesucher zögerlich auf den singenden und tanzenden Bischof am Altar, aber dann stehen sie auf und fallen klatschend in den Rhythmus ein.

Auch Bezirksbrudermeister Uli Loyen und Diözesanbundesmeister Josef Mohr haben eine Überraschung für den Pfarrer. Sie verleihen ihm für sein "langjähriges, priesterliches Wirken im Dienst der Bruderschaften des St. Sebastianus'" den Ehrenschild am Bande. Damit beweisen die Schützen ganz nebenbei, dass sie nicht nachtragend sind, denn Kamm selber erinnert sich daran, dass er einst gesagt hat: "Für die paar Hansel mach ich die Tür nicht auf."

Auch Regionaldekan Johannes Quadflieg stellt fest, dass die Gemeinden den Gottesdienst für ihren Pfarrer, der stets "mit Herz und Verstand bei den Menschen" gewesen sei, mit viel Liebe und Dankbarkeit feiern. "27 Jahre lang hast du die Aufgabe eines guten Hirten übernommen", wendete sich der Dekan an den Seelsorger, "du hast deinen Auftrag ernst genommen, warst immer ein engagierter und agiler Seelsorger und wolltest für die Menschen Christ sein, ihnen dienen und die frohe Botschaft verkünden.

Quelle: RP
 
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