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Tönisvorst
Abwassergebühren vor drastischem Anstieg

Tönisvorst. Ende 2018 werden in Tönisvorst wahrscheinlich die Abwassergebühren für das Jahr 2019 kräftig erhöht - weil der Niersverband dringend Geld braucht, um seine vielen überalterten Anlagen grundlegend instandzusetzen. So könnten dann die Niersverbands-Beiträge um bis zu 40 Prozent steigen. Erneuter Unmut darüber jetzt im Betriebsausschuss für den städtischen Abwasserbetrieb. Von Willi Schöfer

Die Abwassergebühren für 2018, die der Rat wahrscheinlich am 21. Dezember ohne großen Widerspruch verabschieden dürfte, sieht das noch etwas anders aus. Denn die Schmutzwassergebühr soll sogar etwas sinken, für die Beseitigung des Niederschlagswassers ein wenig mehr bezahlt werden. Dann geht es aber zur Sache. Werner Blomenkamp, Leiter der Kämmerei: "Dann werden Kostensteigerungen in einer noch nicht da gewesenen Größenordnung auf uns zukommen."

"Das sieht alles sehr böse aus", hatte der Vorstand des Niersverbandes, Prof. Dr. Dietmar Schitthelm, bereits in der September-Sitzung des Tönisvorster Betriebsausschusses gesagt. Man brauche dringend mehr Geld. Zwischenzeitlich hatte auch beim Niersverband ein "Krisengipfel" mit Bürgermeistern der angeschlossenen Kommunen stattgefunden, mit vielen kritischen Worten, auch von Vertretern aus Willich und Tönisvorst.

"Wir müssen wohl oder übel die Kröte schlucken", fasste auf Nachfrage der RP für Tönisvorst Werner Blomenkamp zusammen: Man habe sich erst einmal für das Jahr 2018 auf eine moderate Erhöhung um 5,2 Prozent geeinigt. Und da es im Jahr 2016 allgemein zu höheren Erträgen und Überschüssen von rund 320.000 Euro gekommen war, gingen daher beim Abwasser die neuen Gebühren je Kubikmeter von 2,13 auf 2,09 Euro zurück, beim Niederschlagswasser wird wahrscheinlich die Gebühr für die Grundstücke je Quadratmeter befestigter und angeschlossener Fläche von 1,03 auf 1,05 Euro leicht ansteigen.

Für den Transport des Wassers und für die Reinigung der Abwässer muss Tönisvorst im nächsten Jahr insgesamt etwa vier Millionen Euro aufwänden und diese Summe auf die Privateigentümer und Haushalte umlegen. Davon wird allein der Niersverband rund 1,94 Millionen Euro erhalten.

Dem Ausschuss lag, bezogen auf das Jahr 2019, eine "moderate und eine radikale Kalkulation" vor, so Blomenkamp. Und beide Alternativen haben es in sich: Bei der ersten möglichen Alternative wurde schon einmal eine Erhöhung von 29,8 Prozent genannt, bei der zweiten waren es sogar 39,85 Prozent. Heißt, dass 2019 die Beiträge an den Niersverband um 578.000 bis maximal 773.000 Euro ansteigen könnten. Je nachdem, für welche konkreten und machbaren Ausbau- und Instandhaltungsstufen sich der Niersverband beziehungsweise die Verbandsversammlung entscheidet. Für die Jahre 2020 und 2021 lagen die möglichen Beitragssteigerungen zwischen sieben und zehn Prozent.

In der großen Verbandsversammlung sitzen mit Maik Giesen (CDU) und Rolf Seegers (SPD) zwei Vertreter der Stadt Tönisvorst. "Wir werden diesen großen ab 2019 angedachten Erhöhungen auf keinen Fall zustimmen", sagten im Betriebsausschuss Rolf Seegers sowie mehrere Vertreter der CDU. Der Betriebsausschuss stimmte einstimmig dem vorgelegten Wirtschaftsplan mit den neuen Gebühren für 2018 zu. Der Rat muss noch am 21. Dezember zustimmen.

Quelle: RP
 
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