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Tönisvorst
Action Medeor eröffnet Hebammenschule

Tönisvorst. Action Medeor hat eine Hebammenschule in der Stadt Bo in Sierra Leone eröffnet. "Die Mütter- und Säuglingssterblichkeit in Sierra Leone ist eine der höchsten weltweit. Deshalb ist es so wichtig, medizinisches Personal auszubilden", sagte Christoph Bonsmann, Vorstandsmitglied von Action Medeor, bei der Eröffnung der Schule. In dem bitterarmen Land stehen für 5,3 Millionen Menschen 190 Ärzte zur Verfügung, darunter nur fünf Gynäkologen und 311 Hebammen.

"Ziel ist es, mit der Hebammenschule die Anzahl der qualifizierten Hebammen im Land langfristig zu erhöhen und damit das Gesundheitssystem zu stärken", so Bonsmann. "Im Zuge der Ebola-Epidemie ist deutlich geworden, dass gut ausgebildetes Personal auf allen Ebenen fehlt und vor allem der ländliche Raum stark unterversorgt ist." Weil über 65 Prozent der Hebammen in den größeren Städten arbeiten und über 80 Prozent zwischen 40 und 60 Jahre alt sind, wird sich die chronische Unterversorgung noch verschärfen. Weitere 3000 Hebammen sind nötig, um die werdenden Mütter rund um Schwangerschaft und Geburt ausreichend zu versorgen. "Die zwei staatlichen Hebammenschulen können den Bedarf nicht decken. Deshalb ist die zusätzliche Hebammenschule für das Land so wichtig", so Bonsmann. "Außerdem hat Sierra Leone seine nationale Strategie auf die Ausbildung von medizinischem Personal ausgerichtet. Unser Projekt steht somit im Einklang mit den nationalen Zielen."

50 Schülerinnen haben in diesem Monat ihre zweijährige Ausbildung zur Hebamme gestartet. "Für uns ist der Start des Schulbetriebs ein besonderer Grund zu feiern", sagt Christoph Bonsmann, "aufgrund der Größe und Komplexität des Projektes haben wir eine einjährige intensive Planungsphase mit der Caritas Bo, dem lokalen Partner, und den lokalen Behörden hinter uns." "Wir haben uns während der Planungsphase mit Vertretern des Gesundheitsministeriums, der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, der Deutschen Botschaft und den Leiterinnen der zwei bereits bestehenden Hebammenschulen ausgetauscht", beschreibt Christoph Bonsmann den Prozess.

Insgesamt umfasst das Projekt ein Volumen von 1,2 Millionen Euro und wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) gefördert, außerdem von einem privaten Spender unterstützt.

"Ebola war für das Land ein Albtraum. Ein unsichtbarer Feind hat tausende Menschen getötet und das Land isoliert. Flüge wurden gestrichen und Schiffe durften nicht anlegen. Schulen, Universitäten und Betriebe wurden geschlossen. Seit dem ersten Ebola-Fall in Guinea im Dezember 2013 starben über 11.000 Menschen in Sierra Leone, Liberia und Guinea", erinnerte Christoph Bonsmann.

Quelle: RP
 
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