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Tönisvorst
Action Medeor: Große Hilfspakete für Syrien

Tönisvorst: Action Medeor: Große Hilfspakete für Syrien
Die Verwundeten und Kranken in Syrien brauchen dringend medizinische Hilfe. Action Medeor bringt in dieser Woche in Tönisvorst Medikamente für ein Krankenhaus in Idlib auf den Weg. FOTO: Orient
Tönisvorst. Nach Lieferungen nach Lesbos und in den Nordirak gehen jetzt große Medikamentensendungen für Syrien auf den Weg gebracht. Abdulrahman Ahmad von der Partnerorganisation Orient berichtet aus Syrien. Von Peter Müller

Die Lage für die Menschen in Aleppo und Umgebung wird immer dramatischer, die Bombardierungen hören nicht auf. "Zehntausende Menschen fliehen in Richtung der türkischen Grenze und auch nach Idlib", berichtet Abdulrahman Ahmad von Orient, eine Partnerorganisation von Action Medeor. "Es gibt viele Verwundete, wir brauchen dringend Antibiotika, Schmerzmittel, Verbandsmaterial und chirurgisches Besteck." Action Medeor hat für seinen Partner bereits 525 Medikamentenpakete gepackt und wird sie in den nächsten Tagen auf den Weg bringen. "Diese Sendung geht direkt an ein Krankenhaus in Idlib", sagt Bernd Pastors, Vorstandssprecher von Action Medeor. "Wir packen darüber hinaus eine weitere große Sendung für Idlib, außerdem Medikamente für eine mobile Klinik für die Flüchtlinge an der türkischen Grenze."

Doch noch ist in vielen Orten humanitäre Hilfe aufgrund der Kämpfe nicht möglich. "Die Teilnehmer der Syrien-Kontaktgruppe müssen dringend auf eine Einstellung der Bombardierungen hinwirken, damit die Menschen, die in Aleppo, in Nubel und Zahraa ausharren, und die Flüchtlinge an der türkischen Grenze versorgt werden können", sagt Vorstand Bernd Pastors. Nach Angaben der Vereinten Nationen leben 4,5 Millionen Menschen in Syrien in belagerten Dörfern und Städten.

Action Medeor hat bereits Medikamente und medizinisches Equipment mit einem Gewicht von 255 Tonnen für die Menschen in Syrien und im Nordirak auf den Weg gebracht. In den nächsten Tagen werden weitere große Hilfssendungen gepackt. Terror und Gewalt lassen im Nordirak nicht nach und treiben die Menschen weiterhin in die Flucht. Auf den griechischen Inseln kommen trotz Sturm auf dem Meer und eisiger Temperaturen weiterhin Tausende Menschen an. Auf Lesbos sind die Behörden vollkommen überlastet und können die gestrandeten Menschen nicht ausreichend versorgen.

Das Tönisvorster Medikamentenhilfswerk Action Medeor hat jetzt weitere große Hilfssendungen sowohl für die ankommenden Flüchtlinge auf der Insel Lesbos als auch für Krankenhäuser im Nordirak auf den Weg gebracht.

"Frauen mit Neugeborenen müssen im Freien übernachten. Säuglinge und Kinder sterben aufgrund der mangelnden medizinischen Versorgung in den Lagern", berichtet Amal Mahmut, Mitglied bei den Eziden Weltweit. Sie war zwei Wochen lang auf Lesbos, um als kurdisch sprechende Freiwillige für die Hilfsbedürftigen zu übersetzen. "Die Menschen brauchen dringend ausreichende medizinische Versorgung, Notfalldecken und warme Kleidung", schreibt sie in einer E-Mail an Action Medeor. "Bei dem aktuell schlechten Wetter sinken vermehrt Boote. Freiwillige patrouillieren rund um die Uhr, um die ankommenden Gummiboote frühestmöglich bergen zu können, denn wenige Minuten entscheiden über Leben und Tod der unterkühlten und zum Teil reanimationspflichtigen Menschen. Weil es an Ausrüstung und Fachkräften mangelt, sterben trotz medizinischer Erstversorgung am Strand vor allem die Kleinkinder."

Spendenkonto von Action Medeor bei der Sparkasse Krefeld: IBAN DE78 3205 0000 0000 0099 93, BIC: SPKRDE33, Stichwort: Hilfe für Flüchtlinge

Quelle: RP
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