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Tönisvorst
Adventszauber fehlt ein wenig Flair

Tönisvorst: Adventszauber fehlt ein wenig Flair
Jochen Moors verkaufte an seinem Stand Glühwein. Viele Stände präsentierten ein Angebot, das besser zu einem Handwerkermarkt gepasst hätte. FOTO: Prümen Norbert
Tönisvorst. Weihnachtliche Stände, aber auch weniger weihnachtliche Angebote - beim Adventszauber in der St. Töniser Innenstadt trafen zwei Marktkomponenten zusammen. Gestern sorgte das Schneetreiben für eine besondere Atmosphäre. Von Bianca Treffer

"Der Nikolaus", sagt der kleine Ben erstaunt. Ihm ist die Begeisterung anzumerken. Mit großen Augen schaut der Vierjährige den Mann im roten Mantel samt weißem Rauschebart sowie Bischofsstab und -mütze an. "Ich habe heute auch meine Engelchen mitgebracht, die mir helfen", sagt der Nikolaus und deutet auf die beiden Engel in ihren golddurchwirkten Gewändern mit den großen Flügeln. Marissa und Ayleen haben dabei eine ganz besondere Aufgabe. In den Körben, die die beiden tragen, liegen viele Schokoladen-Nikoläuse und die verteilen die Mädchen an die kleinen Besucher des Adventszaubers in der St. Töniser Innenstadt. Ein Geschenk, das bestens ankommt. Auch bei Ben, der den Schokoladenmann direkt auspackt und probiert.

Ein flüssiges Geschenk gibt es dagegen bei Akzenta Stil & Design. "Wir verschenken Glühwein für den guten Zweck, man muss nur die Tasse für 1,50 Euro kaufen", wirbt Inhaberin Eva Engelbrecht. Die Summe wandert direkt in ein großes Sparschwein für die Tönisvorster Hilfe. Eine witzige Idee, zumal es sich bei den Tassen um niedliche Weihnachtsvarianten handelt. Weihnachtsfeeling kommt beim Zuckerbäcker Klaus Büskens und seinen handgefertigten Leckereien auf. Der Duft von Bratapfeltrüffel vermischt sich mit dem von Lebkuchen. Das rosa Weihnachtsschweinchen geht Stück für Stück über die Theke, wobei es sich in diesem Fall um feinstes Marzipan handelt.

Witzige Holzwichtel, Sterne aus Moosen und Flechten sowie Engelchen aus Treibholz und Rinde sind es hingegen, die am Stand der Familie Ruch die Besucher stehen bleiben lassen. Ein Hingucker sind auch die Vogelfutterhäuschen in Form einen großen Apfels mit Stiel und Blatt. "Wir leben schließlich in der Apfelstadt und da hatten wir die Idee für die Futterstationen in der ungewöhnlichen Form", sagt Ute Ruch. Herzliches Lachen ist indes von den Besuchern zu hören, wenn die St. Töniserin die Kräuterkiste öffnet, wie der extra lange Nistkasten heißt. Der ist nämlich weniger für Piepmätze gedacht. In seinem Inneren verbirgt sich eine Flasche Kräuterschnaps und wenn man die obere Klappe öffnet, kommen zwei Schnapsgläschen in einer eigens konstruierten Halterung zum Vorschein. Der Imkerverein Tönisvorst ist mit seinen Produkten anzutreffen. Ein Stückchen weiter sind es kuschelig warme, handgefertigte Filzpantoffeln. Dass man aus alten Porzellangedecken außergewöhnliche Etageren herstellen kann, erfahren die Besucher ebenso. Dessertteller, Untertasse und Tasse bilden einen Turm. Spezialitäten aus Österreich in Form von Bergkäse und Hüttenwurz bringen hingegen einen Hauch von Internationalität in die Apfelstadt.

In vielen Geschäften weihnachtet es ebenfalls. Beim Reformhaus Ferlings köcheln Glühwein als auch Kinderpunsch vor sich hin. Neben brennenden Kerzen stehen Pfefferkuchen sowie Ingwer- und Schokogewürzkuchen zum Probieren bereit. Draußen vermischt sich der Duft von Kräuterbonbons indes mit dem von gebrannten Mandeln.

Der Nikolaus zog am Samstag durch die St. Töniser Innenstadt. Seine beiden Engel Marissa und Ayleen verteilten Schokoladen-Nikoläuse an die kleinen Besucher des Adventszaubers. FOTO: Norbert Prümen

Nicht nicht nur viele weihnachtlich geschmückte Stände sind zu finden. Leider gibt es auch Pavillons ohne jede weihnachtliche Dekoration. Da macht ein Fernsehanbieter Werbung für seine Produkte, Alarmanlagen werden vorgestellt, ein Dachdecker präsentiert Kunststoffbeschichtungen für Dachpfannen und selbst Staubsauger werden angepriesen. "Wahrscheinlich für Kekskrümel", meint einer der Besucher ironisch. Von Adventszauber sei hier wenig zu spüren, ergänzt er. Skeptische Blicke zieht auch das Trampolin-Bungee-Jumping auf sich, das hinter dem Kinderkarussell an der Krefelder Straße steht. "Das gehört nicht auf einen Weihnachtsmarkt", lautet die einhellige Meinung einer Besuchergruppe.

Quelle: RP
 
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