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Tönisvorst
Alles für den karnevalistischen Nachwuchs

Tönisvorst: Alles für den karnevalistischen Nachwuchs
Sogar aus Köln war das Dreigestirn der "KG Althöhenberger Adel" zum Jubiläumsempfang in St. Tönis angereist. FOTO: NORBERT PRÜMEN
Tönisvorst. 40 Jahre: Jubiläumsempfang des Jugendkarnevalsverein Rot-Weiß St. Tönis in der Gaststätte Rosental. Von Eva Scheuss

Die Gäste strömen zum Jubiläumsempfang des Jugendkarnevalsvereins (JKV) Rot-Weiß St. Tönis in die Gaststätte Rosental an der Gelderner Straße, bis kein Platz mehr frei ist. Begrüßt werden die Abordnungen befreundeter Karnevalsvereine aus Tönisvorst und Umgebung von der jungen Präsidentin Verena Arndt, die in die Fußstapfen ihrer im letzten Jahr plötzlich verstorbenen Mutter Marion getreten ist.

40 Jahre wird der Verein alt, der augenscheinlich noch immer quietschfidel ist. Welche Rolle er im Karnevalsleben von St. Tönis spielt, spiegelt sich in der Laudatio wider, die das amtierende St. Töniser Prinzenpaar Christian I. und Nici I. (Klupsch) auf das Geburtstagskind hält. Sie erinnern daran, dass der Verein bereits im ersten Jahr seines Bestehens mit gleich drei Wagen am Tulpensonntagszug teilnahm. Sie erwähnen das Niederrheinische Kinderprinzentreffen in St. Tönis im Jahr 1988 und die jährlichen Tanzturniere. "Ihr seid federführend in der Ausbildung des karnevalistischen Nachwuchses", heißt es und dass dies "mit großem Herzblut" geschehe. Das sei eine Arbeit, die "wichtig, aber manchmal auch schwierig sei." Doch "Konstanz gibt Stabilität", befinden die Beiden.

Ganze Generationen von Kindern und Jugendlichen wurden im Verein an das Tanzen und an den Karneval herangeführt, erlebten Gemeinschaft und Zusammenhalt. Kevin II. (Bruckes) und Kim I. (Steffen) warten schon im vollen Ornat auf ihren Auftritt. Elf und neun Jahre sind sie alt und das Kinderprinzenpaar der aktuellen Saison, das der JKV traditionell in jedem Jahr stellt. Sie kennen sich schon "von Geburt an", erzählen die Beiden. Und dass es schon immer ihr Traum gewesen sei, zusammen das Kinderprinzenpaar zu bilden. Stolz zeigen sie den aktuellen Orden des JKV. Der zeigt eine Eule in einem Wikingerschiff. "Ich mag Schiffe und Kim mag Eulen", erzählt Kevin und fügt hinzu: "Star Wars konnte man ja nicht auf den Orden machen." Die vielen Auftritte seien schon anstrengend, aber machten auch Spaß. Das stellen sie dann auch gleich unter Beweis, als sie souverän und gekonnt die Gäste des Empfangs begrüßen.

Die Beiden sind echte Eigengewächse des Vereins und tanzen in den Garden. 18 Kinder und Jugendliche tanzen in der kleinen und mittleren Garde, fünf junge Erwachsene bilden die große Garde. Trainiert werden sie zweimal in der Woche im Forum Corneliusfeld und in der Jahn Sportanlage von der Präsidentin Verena Arndt gemeinsam mit Nicole Bruckes - und zwar das ganze Jahr über. Denn eine gute Kondition will konstant gehalten werden. Mit wieviel Freude die Kinder bei der Sache sind, lässt sich bei ihrem Auftritt erkennen. Auch das Nesthäkchen, der erst dreijährige Nick Arndt, versucht tapfer, die Tanzschritte seiner großen Kolleginnen mitzumachen. In neuen schicken und dezent glitzernden Kostümen, in den Vereinsfarben Rot und Weiß präsentieren sich die Kinder der kleinen und mittleren Garde erstmals an diesem Morgen. Dieses Geschenk hat sich der Verein zum runden Jubiläum selbst gemacht, in den Kostümen steckt viel Eigenarbeit. So wurden die Hüte der Kinder als weiße Rohlinge geliefert und mit Hilfe von Vereinsmitgliedern aufwendig bearbeitet und verziert. Den Verein insgesamt prägt ein starker familiärer Zusammenhalt. Gleich vier Generationen etwa der St. Töniser Familie Bienbeck sind beim JKV aktiv: Die 80-jährige Sonja Bienbeck, deren Tochter Stephanie Hilgers 1979/80 die erste Kinderprinzessin des Vereins war, genauso wie die Enkelinnen Danny und Alexandra sowie die Urenkelin Jill.

Über die Anfänge liest man auf der Website des Vereins: "Vor 40 Jahren, am 4. März 1978, saßen 15 Karnevalsverrückte, wie man heute sagen würde, in der damaligen Gaststätte Sportzentrale an der Kaiserstraße zusammen und waren der Meinung, dass St. Tönis reif wäre für einen Verein, der sich im Karnevalnur um das Wohl und den Spaß von Kindern kümmern sollte."

Quelle: RP
 
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