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Tönisvorst
Anne Wellmann zur Pfarrerin ordiniert

Tönisvorst: Anne Wellmann zur Pfarrerin ordiniert
Bei der gestrigen Ordination (v.l.): Daniela Büsch-Bruch, Anne Wellmann und Linda Hirt. FOTO: achim Hüskes
Tönisvorst. Nach zwei Jahren Vikariat in der Christuskirche geht sie jetzt in Köln neue Wege. Von Heribert Brinkmann

Sie wäre gerne in St. Tönis geblieben, aber erst einmal geht sie andere Wege. Nach über zwei Jahren Vikariat in der evangelischen Kirchengemeinde St. Tönis ist sie nach Köln gezogen. Gestern kam sie noch einmal nach St. Tönis: In einem feierlichen Gottesdienst ordinierte Superintendent Burkhard Kamphausen die 28-jährige Moerserin zur Pastorin.

Pfarrerin zu werden, stand für sie schon früh fest. Aufgewachsen ist sie in einer "Super-Gemeinde" in Moers-Scherpenberg - ebenfalls mit einer Christuskirche. Die gute Jugendarbeit führte dazu, dass sie immer mehr Zeit dort verbrachte und sich nach ihrer Konfirmation bald jeden Tag dort ehrenamtlich einbrachte. Und ein Pfarrer könne das sogar hauptamtlich tun! Sie scheut sich nicht, explizit für den Beruf eines Pastors zu werben - wenn man die Berufung dazu spüre. Denn sie sei ja nicht Sozialarbeiterin geworden, sondern Pfarrerin. Es sei wunderbar, im Beruf des Pfarrers aufgehen zu können. Der vielen Verantwortung stünden auch viele Freiheiten gegenüber. Der Beruf sei überaus vielfältig. Als Seelsorger brauche man auch pädagogische und psychologische Fähigkeiten. Und idealerweise müsse man nicht nur gut schreiben, sondern auch gut reden können. Ihr Lieblingstheologe sei Karl Barth. Von ihm stamme der Ausspruch: "Wir sollen als Theologen von Gott reden. Wir sind aber Menschen und können als solche nicht von Gott reden. Wir sollen Beides, unser Sollen und unser Nicht-Können, wissen und eben damit Gott die Ehre geben."

Auf jeden Fall schätzte man in St. Tönis Wellmanns Predigten - was sie sehr freut, denn sie hatte sich immer viel Mühe gegeben. Predigten sollten informativ sein, aber nicht mit erhobenem Zeigefinger. Sie sollen ins Herz gehen, damit man etwas mit nach Hause nehmen kann. Zurzeit arbeitet sie als Pfarrerin im Probedienst in einem ganz anderen Umfeld. Sie hospitiert beim WDR in Köln und hilft in der Redaktion Religion, Theologie und Kirche aus. Sie wolle später aber wieder in eine Gemeinde. Noch ist sie nicht wählbar, so dass sie sich für St. Tönis nicht bewerben könne. "Ich liebe den Niederrhein, eine tolle Region." Aber auch über Köln könne man "sich nicht beschweren".

Quelle: RP
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