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Tönisvorst
Bald Urteil im Prozess um St. Töniser Raubmord?

Tönisvorst: Bald Urteil im Prozess um St. Töniser Raubmord?
Gestern sollte die Schwester der Angeklagten Madonna R. aussagen. FOTO: TL
Tönisvorst. Im Prozess gegen die fünf jungen Angeklagten, die einen Rentner in St. Tönis berauben wollten und ihn dabei so schwer verletzt haben, dass er starb, könnte in dieser Woche das Urteil gesprochen werden. Von Birgit Lameyer

Gestern wurde die Beweisaufnahme vor dem Krefelder Landgericht erneut geschlossen. Ein weiterer Verteidiger plädierte. Der Anwalt des zur Tatzeit 20-Jährigen beantragte für seinen Mandanten eine Jugendstrafe von drei Jahren wegen versuchten Raubes. Die Staatsanwältin hatte unter anderem von Mord aus Habgier gesprochen und bereits vor einigen Wochen Freiheitsstrafen von bis zu zwölf Jahren beantragt. Danach musste die Jugendkammer allerdings aufgrund neuer Anträge der Verteidigung wieder in die Beweisaufnahme einsteigen.

Das Gericht war der Forderung gefolgt, die Schwester der Angeklagten Madonna R. als Zeugin zu hören. Die Kosmetikerin kam gestern zwar ins Landgericht, trug aber nicht zur Aufklärung bei. Die Belehrung der Richterin, dass sie als nahe Verwandte von ihrem Schweigerecht Gebrauch machen dürfe, aber im Falle einer Aussage die Wahrheit sagen müsse, kommentierte sie mit einem kurzen "Ich weiß!" Auf die weitere Frage, wie sie sich entscheide, sagte die 24-Jährige: "Ich werde schweigen." Auch ein weiterer Vorschlag der Verteidigung hatte keine neuen Erkenntnisse gebracht. Es ging um die mögliche Beteiligung von zwei der Angeklagten in einem vorangegangenen Einbruch in das Haus des Rentners. Dazu sollte ein inhaftierter und möglicherweise auch am Einbruch beteiligter Mann gehört werden. Er hatte in der JVA angekündigt, dazu nichts sagen zu wollen. Dieses Recht steht ihm als Verdächtiger zu.

81-Jähriger getötet: Prozess nach Raubmord in Tönisvorst FOTO: Thomas Lammertz

Am kommenden Mittwoch müssen noch die letzten Verteidiger ihre Plädoyers halten. Dann sollen die Angeklagten die Gelegenheit bekommen, sich im Prozess ein letztes Mal zu äußern. Am späten Nachmittag könnte dann noch das Urteil fallen. Der Prozess läuft bereits seit September. Der Rentner war im Oktober 2014 in seiner Wohnung überfallen worden und dabei gestorben.

Quelle: RP