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Tönisvorst
Bedarf an den Schulen ist riesengroß

Tönisvorst: Bedarf an den Schulen ist riesengroß
Ein Förderschwerpunkt im Programm "Gute Schule 2020" ist die digitale Infrastruktur in den Schulgebäuden. Die Stadtverwaltung Tönisvorst möchte das Geld aber lieber in den Brandschutz investieren. FOTO: Ralph Matzerath
Tönisvorst. "Gute Schule 2020" heißt das Landesprogramm, über das 1,38 Millionen Euro in die Tönisvorster Schulen fließen sollen. Uneinigkeit herrscht darüber, wofür das Geld ausgegeben werden soll. Von Stephanie Wickerath

Ausbau der digitalen Medien in den Schulen, mehr Räume, um Kinder individuell fördern zu können, bessere Bestuhlung, sanierte Toiletten, eine Lehrküche im Schulzentrum - die Leiter der Grundschulen und der weiterführenden Schulen in Tönisvorst wüssten so einiges, wofür sie das Geld ausgeben würden, das das Land NRW den Kommunen ab dem nächsten Jahr über das Förderprogramm "Gute Schule 2020" zur Verfügung stellen will. Das Thema Brandschutz ist nicht das erste, was den Schulleitern einfällt. Wohl aber der Verwaltung.

Allein 495.000 Euro kosten die Brandschutzmaßnahmen, die die Stadt in der Grundschule Hülser Straße, der Schule Kirchenfeld und dem Schulzentrum Corneliusfeld umsetzen will. Auch die Erneuerung der Sporthallendächer Rudi-Demers-, Josef-Schmitter- und Hans-Hümsch-Halle (Kosten: 710.000 Euro) will die Verwaltung über das Förderprogramm abrechnen. Die Schulleiter waren nicht erfreut, als sie das bei der Sitzung des Schulabschlusses hörten. "Das Förderprogramm des Landes sollte nicht zur Haushaltskonsolidierung gebraucht werden, sondern zur besseren Ausstattung der Schulen", sagte Andreas Kaiser, Leiter der Sekundarschule.

Auch Ausschussvorsitzende Angelika Hamacher (CDU) bemerkte: "Das Programm darf nicht dazu missbraucht werden, damit Maßnahmen zu bezahlen, die sowieso gemacht werden müssen." Bürgermeister Thomas Goßen gab zu, dass Brandschutz eine unpopuläre Maßnahme sei, die aber zur Sicherheit erheblich beitrage und absolut notwendig sei. Instandhaltung und Brandschutz seien ausdrücklich im Passus, wofür dieses Geld verwendet werden darf, erwähnt. Allerdings, gab der Bürgermeister zu, sei der zweite Förderschwerpunkt die digitale Infrastruktur in den Schulgebäuden.

Paul Birnbrich, Leiter des Gymnasiums, merkte an, dass zurzeit 200 Rechner im Schulzentrum über 30 Megabit liefen. "Eine Glasfaserleitung zum Schulzentrum muss oberste Priorität sein." Bürgermeister Goßen sagte, nur die Ausstattung im Schulgebäude werde gefördert, nicht der Ausbau der Strecke dorthin. "Was nutzt die beste Ausstattung im Haus, wenn die Leitung nicht liegt?", fragte der Schulleiter. Silke Depta (SPD) schlug vor, den Punkt aufzunehmen und sich nach einem anderen Förderprogramm zu diesem Problem umzusehen.

Auch beim Thema Inklusion, also die Aufnahme von Kindern mit besonderem Förderbedarf an den Regelschulen, wurde deutlich, wofür das Geld noch verwendet werden könnte. Sowohl die Grundschule Corneliusstraße als auch die Grundschule Hülser Straße, beides Schulen des gemeinsamen Lernens, klagen über Raummangel. "Wir brauchen mehr Räume, um Kinder mit Bedarf individuell zu fördern", sagte Beate Jacobs, Leiterin der Grundschule Hülser Straße. Auch Stühle, die Kindern, die nicht ruhig sitzen bleiben können, Halt und Sicherheit geben, Elemente, um Tische abzuschirmen, Kopfhörer, um zur Ruhe zu kommen, und ähnliches fehle an den Schulen.

Auch die Leiter der weiterführenden Schulen stimmten dem zu. Besonders an Räumen mangele es im Schulzentrum. "Wir haben 430 Schüler, 27 davon haben einen besonderen Förderschwerpunkt", sagte Andreas Kaiser, Sekundarschule. Es sei wünschenswert, diese Kinder bei Bedarf aus der Klasse nehmen zu können, um sie in einem separaten Raum zu unterrichten.

Der Schulausschuss schlug den Schulleitern vor, sie sollten auflisten, wofür das Geld vom Land an ihrer Schule ausgegeben werden soll. Die Politiker wollen dann über die einzelnen Anschaffungen und Umbauten entscheiden.

Quelle: RP
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