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Tönisvorst
Berufstätige Eltern: Wohin mit Felix?

Tönisvorst: Berufstätige Eltern: Wohin mit Felix?
Macarena-Tanz, eine Ferienspaßaktion auf dem Schulhof der Gemeinschaftsgrundschule Corneliusstraße. FOTO: WOLFGANG KAISER
Tönisvorst. In Tönisvorst gibt es zu wenige Plätze in der Offenen Ganztagsschule. Auf der Warteliste für einen Betreuungsplatz an der Grundschule Corneliusstraße St. Tönis stehen 25 Kinder. Im Schulausschuss steht das Thema auf der Tagesordnung. Von Stephanie Wickerath

Wenn am nächsten Donnerstag der Schul- und Kulturausschuss im St. Töniser Rathaus tagt, werden Frauke Gibbels und Frank Neuß beim Tagesordnungspunkt 5.1 besonders aufmerksam zuhören. "Prüfauftrag Offene Ganztagsschulen" (OGS) ist der Punkt überschrieben, bei dem es vor allem um die Frage geht, wo die 25 Kinder bleiben, die auf der Warteliste für einen OGS-Platz an der St. Töniser Grundschule Corneliusstraße stehen, wenn ihre Eltern arbeiten.

"Unser Sohn Felix wird zum neuen Schuljahr an der Gemeinschaftsgrundschule Corneliusstraße eingeschult. Da wir beide berufstätig sind, sind wir dringend auf einen OGS-Platz angewiesen", sagt Frank Neuß. Aber Felix ist eines von den 25 Kindern auf der Warteliste. "Falls wir für unser Kind keinen OGS-Platz erhalten sollten, müsste im schlimmsten Fall einer von uns beiden Elternteilen seinen sicheren und unbefristeten Arbeitsplatz aufgeben", sagt Neuß. Für die kleine Familie bedeute das ein massives wirtschaftliches Problem.

Die Stadt will tätig werden und an der Corneliusstraße - ebenso wie in Vorst, wo acht Kinder auf der OGS-Warteliste stehen - eine weitere Betreuungsgruppe bis 14 Uhr einrichten. Dort gibt es, anders als in der OGS, aber kein Mittagessen und vor allem keine Betreuung in den Ferien. Frauke Gibbels und Frank Neuß ist damit nicht geholfen, sie brauchen eine Betreuung bis 16.30 Uhr. Zur katholischen Grundschule St. Tönis, wo aktuell noch neun OGS-Plätze frei sind, will Felix nicht wechseln, wie es Bürgermeister Thomas Goßen vorgeschlagen hatte. "Er kennt die Schule an der Corneliusstraße schon und seine Freunde gehen dorthin", sagt der Vater.

Nun hat die Verwaltung sich etwas anderes überlegt. Wie aus der Vorlage zum Tagesordnungspunkt hervorgeht, könnte es in Ergänzung der bisherigen Betreuungsangebote aus "8-1 Uhr Betreuung" und OGS ein drittes, ganz flexibles Betreuungsangebot geben mit Abholzeiten ab 12 Uhr stündlich bis 17 Uhr. "Dieses zusätzliche Betreuungsangebot wäre durch die Stadt Tönisvorst ergänzend zu finanzieren. Ausgehend von den bisherigen Erfahrungen würde der Zuschussbedarf je Gruppe, abhängig von der noch zu erstellenden Konzeption im Detail, rund 3000 Euro betragen", heißt es in der Vorlage.

Statt Gruppenräumen sollen den externen Trägern für die Betreuung Klassenzimmer zur Verfügung gestellt werden. Außerdem wird vorgeschlagen, mehr Kinder in eine OGS-Gruppe aufzunehmen als bisher. Statt 25 Kinder könnten es dann 27 oder 28 Kinder pro OGS-Gruppe sein. Auch an Schulen, die behinderte Kinder unterrichten und betreuen, wie es die Schule an der Corneliusstraße seit vielen Jahren tut, könnte die Obergrenze von 20 behinderten und nicht-behinderten Kindern pro Gruppe verschoben werden.

Der Schul- und Kulturausschuss wird in seiner Sitzung am Donnerstag im alten Rathaus an der Hochstraße 20a in St. Tönis darüber beraten. Außerdem steht das Raumkonzept für die weiterführenden Schulen auf der Tagesordnung - ebenfalls ein heikles Thema.

Quelle: RP
 
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