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Tönisvorst/Willich
Bewährung für diebischen Paketboten aus Tönisvorst

Tönisvorst/Willich. Das Krefelder Amtsgericht verurteilte jetzt einen 36-jährigen Tönisvorster wegen gewerbsmäßigen Diebstahls in sieben Fällen zu einer einjährigen Bewährungsstrafe. Zudem muss der junge Mann insgesamt 600 Euro - in Raten - an eine gemeinnützige Organisation zahlen. Von Sonja Stemes

Konkret war dem 36-Jährigen, der zum Zeitpunkt der Taten für einen Paketdienst in Willich arbeitete, vorgeworfen worden, in der Zeit von Februar bis April 2013 insgesamt fünf Pakete mit teuren EDV-Geräten entwendet zu haben. Außerdem nahm er, laut Anklageschrift, in zwei Fällen einen "Austausch von Geräten" vor. Insgesamt entstand so ein Schaden von mehreren tausend Euro.

Der bisher nicht strafrechtlich in Erscheinung getretene Tönisvorster zeigte sich vor dem Gericht voll geständig und reumütig. Er sei damals sehr unglücklich gewesen, habe sich in einer depressiven Phase befunden: "Ich konnte mir die Sachen nicht leisten und dachte, ich werde zufriedener, wenn ich so etwas besitze."

Letztendlich habe er aber, nach den Diebstählen, kein Glücksgefühl empfunden und die EDV-Geräte deshalb teilweise veräußert. "Es war jedoch nicht von Anfang an meine Absicht, die Sachen zu verkaufen", ergänzte der Tönisvorster.

Nachdem er "aufgeflogen" wäre, habe er sich in Therapie begeben und könne jetzt mit "traurigen Schüben" viel besser umgehen. Auch beruflich sehe er wieder Land, da er kürzlich eine Ausbildung zum Elektroniker begonnen habe.

Die Verteidigerin wies in ihrem Plädoyer darauf hin, dass es sich, ihrer Ansicht nach, bei den Taten ihres Mandanten eher um Unterschlagung oder "höchstens einfachen, aber nicht gewerbsmäßigen Diebstahl" handeln würde, da das ganze nicht auf Dauer geplant gewesen sei. Die Richterin entgegnete, dass die Diebstähle sich immerhin über zwei Monate erstreckt hätten. Und: "Zudem entstand eine recht hohe Schadenssumme!" Eine Bewährungsstrafe sei jedoch vertretbar, da sich der 36-Jährige voll geständig gezeigt habe und sich - wegen der erfolgreichen Therapie sowie der neuen beruflichen Tätigkeit - auf einem "guten Weg" befinde.

Quelle: RP
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