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Tönisvorst
Bürger Junggesellen sorgen für tolle Stimmung in Vorst

Tönisvorst. Die Offiziere müssen unverheiratet und "unbescholtene Jünglinge" sein. Wer heiratet, darf nur noch passives Mitglied sein. Von Willi Schöfer

Bestens haben bisher die von Andreas Kern angeführten Bürger Junggesellen das Schützenfest in Vorst gefeiert. Schöne Umzüge, glanzvolle Festbälle aber auch Ruhe und Besinnlichkeit, so nach der gestrigen Godehard-Prozession beim Schluss-Segen auf dem Markt, sorgten dafür, dass die Brauchtumspfleger im Rampenlicht des Interesses standen.

Die Coverband "Dolce Vita" spielte, als gerade etwa zehn befreundete Bruderschaften beim Königsgalaball ins Zelt gezogen waren, den ersten Disco Fox. Und der schon seit Kindesalter aufgrund einer Gelenkerkrankung auf den Rollstuhl angewiesene Philipp Janßen, König der Bürger Junggesellen, konnte es nicht fassen: Um ihn herum standen etwa zehn hübsche Hofdamen, die ihm zum ersten Tanz aufforderten. "Es waren schon für mich ganz besondere und sehr schöne Tage", sagte wenig später der 33-Jährige, der als Angestellter beim kommunalen Ordnungsdienst in Düsseldorf arbeitet. Den offiziellen Königstanz machte er dann aber mit seiner Königin, der 25-jährigen Psychologie-Studentin Sabine Kern.

Wer zum König wollte, für den ging es erstmal über eine mit rotem Samt ausgelegte Rampe. Eigentlich bestehen die Bürger Junggesellen aus 28 Offizieren. Sie alle müssen unverheiratet und "unbescholtene Jünglinge" sein. "Derzeit stehen keine Vermählungen an", sagte schmunzelnd Pressesprecher Christian Stieger. Ist jemand verheiratet, darf er bei der der Bruderschaft nur noch als passives Mitglied mitmachen. Dann sind es eben die Söhne, die die Tradition fortsetzen. Derzeit gibt es davon etwa 25 Jungschützen. Die 28 Offiziere haben in diesem Jahr rund 20 Hofdamen an ihrer Seite.

Auch wenn sich beim Dorfabend die Kehner die Bürger Junggesellen gegenseitig etwas auf die Schippe nahmen, lag man sich hinterher an der Theke wieder in den Armen. Auch blieben diesmal größere Grenzverletzungen aus. Mit dem "Bürger Gebiet" ist der Bereich nördlich des ehemaligen Schleckbaches gemeint, der die Gebiete der beiden Junggesellen Bruderschaften trennt und in der Nähe der Hauptstraße und Oedter Straße verläuft. Auch Jungschützenbäume wurden gesetzt. Und immer wird mit Argusaugen kontrolliert, dass die Maibäume nicht auf fremden Gebiet stehen. Diesmal ging alles glatt.

Allein zehn Musikkapellen begleiteten die vielen Bruderschaften auf dem Weg ins Festzelt, wo sich viele Vereins-Vorsitzenden und Ratsmitglieder trafen. Bürgermeister Thomas Goßen war auch da, außerdem Uwe und Susanne Leuchtenberg, die ein gutes Tanzpaar abgaben.

Die Bürger Junggesellen präsentierten beim Fest eine neue Bruderschaftsfahne. Eigentlich wollten sie auch noch Werner Manten auszeichnen, der vor genau 50 Jahren der König der Bürger Junggesellen war. Manten konnte leider nicht. Die Kehner Junggesellen zeichneten Heinz-Gerd Kils und Herbert Nilges für ihr 40- beziehungsweise 30-jähriges Königsjubiläum aus. Erst am Samstag, gegen 12 Uhr, wird das "Kirmesmänneken" verbrannt. Heute nach dem Gottesdienst für die Lebenden und Verstorbenen der drei Vorster Schützenbruderschaften (9.30 Uhr) wird vor dem Offiziersrundgang die Grundschule und die Vorster Begegnungsstätte "Alte Post" besucht. Der Fackelzug setzt sich um 20 Uhr in Bewegung, die Serenade auf dem Markt wird dann gegen 21.30 und der Große Zapfenstreich um 21.45 Uhr gespielt. Am Dienstag sind die Offiziere in den Vorster Kindergärten zu Gast.

Quelle: RP
 
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