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Tönisvorst
Caspar, Melchior und Balthasar gesucht

Tönisvorst: Caspar, Melchior und Balthasar gesucht
Gabi Bertenburg (links) und Hannelore Volmer bereiten im November die Sternsinger-Aktion für Januar 2016 vor. Anfang dieses Jahres hatten 75 Kinder die 1063 angemeldeten Haushalte besucht und 15800 Euro gesammelt. FOTO: W. KAISER
Tönisvorst. Die Sternsinger St. Tönis haben Nachwuchssorgen. Gabi Bertenburg und Hannelore Volmer vom Organisationsteam suchen Gruppenleiter und Sternsinger. Von Bianca Treffer

Gut 1000 Haushalte sind es, die im Pfarrbüro der Pfarre St. Cornelius für einen Besuch der Sternsinger angemeldet sind. Für Gabi Bertenburg und Hannelore Volmer bedeutet dies, dass sie eine Vielzahl von Sternsingern samt Gruppenleiter benötigen, damit die traditionsreiche Aktion, hinter der das Kindermissionswerk steht und mit der Kinderprojekte auf der ganzen Welt unterstützt werden, läuft. Die beiden St. Töniserinnen kümmern sich seit 2007 um die Organisation der Sternsinger für die Pfarre St. Cornelius.

"Wir müssen feststellen, dass es immer schwieriger wird, Kinder, Jugendliche und Erwachsene für einen Einsatz als Sternsinger oder Gruppenleiter zu motivieren", sagt Hannelore Volmer. Warum das so ist, das können die beiden engagierten Frauen nur vermuten. "Es könnte daran liegen, dass man sich schon weit im Voraus festlegen muss, und dies macht niemand mehr gerne", mutmaßt Gabi Bertenburg. Denn die Planungen für die Zeit vom 2. bis 6. Januar 2016, in der die Sternsinger unterwegs sind, laufen bereits im November an. Neue Familien können sich so bis zum 6. November im Pfarrbüro für einen Besuch anmelden. Wer einmal angemeldet ist, erhält in den Folgejahren automatisch einen Sternsingerbesuch. Aufgrund der Anmeldungen gehen Bertenburg und Volmer in die weiteren Planungen. St. Tönis ist dabei in 30 Bezirke aufgeteilt, deren Größen zwischen 25 und 55 Haushalten variieren. Jeder Bezirk sollte mit einer Sternsingergruppe, bestehend aus mindestens drei Sternsingern, und einem älteren Gruppenleiter besetzt werden. "Der Gruppenleiter kann auch das Amt des Sternträgers übernehmen, wenn es dafür keinen weiteren Helfer gibt. Außerdem sollten die Gruppen immer einen Rucksack mitnehmen, denn Süßigkeiten gibt es neben den Geldspenden immer reichlich", verrät Bertenburg.

Gruppenleiter kann jeder Jugendliche ab 13 Jahren werden, während die Sternsinger in der Regel ab neun Jahren mitgehen. "Jüngere können auch mitmachen, aber dann sollten sie von einem erwachsenen Gruppenleiter begleitet werden", informiert Volmer, die als Kind ebenfalls als Sternsinger unterwegs war, später als Gruppenleiterin mitging und letztendlich die Organisation übernahm. Der Werdegang vom Sternsinger zum Gruppenleiter kommt dabei häufig vor. "Ich selber war allerdings kein Sternsinger, sondern bin direkt als Gruppenleiterin eingestiegen", berichtet Bertenburg. Der Gruppenleiter ist es, der in der Woche vom 2. bis 6. Januar mit seiner Gruppe gemeinsam einen Tag oder zwei Tage aussucht, an dem der Bezirk abgegangen wird. Je nach Größe des Bezirks bietet es sich an, die Aktion zu verteilen. Das gilt besonders für die beiden Außenbereiche, die sogenannten Bauerntouren. Hier sind es 55 Familien, wenn aktuell keine Neuanmeldungen dazukommen. "In diesem Bereich ist es wichtig, dass die Gruppenleiter Auto fahren können, denn hier kommen Kilometer zusammen", sagt Volmer. Doch egal, um welchen Bezirk es sich handelt, die Gruppenleiter erhalten die Adressenlisten, die so sortiert sind, dass sie einen optimalen Laufweg darstellen.

Am 21. November gibt es ein Treffen mit allen Gruppenleitern und Sternsingern in der Pfarrkirche, bei dem die Bezirke eingeteilt werden und die Gruppen ihre Listen und Besuchzettel erhalten, die von der Gruppe vorab verteilt werden, damit die Familien genau wissen, wann die Sternsinger kommen. "In der Regel treffen sich die Gruppen ein weiteres Mal, um die Kronen zu basteln und gemeinsam die Lieder einzustudieren", sagt Bertenburg. In der eigentlichen Sternsingerwoche ist das Marienheim jeden Tag von 9 bis 10 Uhr geöffnet, damit die einzelnen Gruppen sich ihre Gewänder, den Stern, die Sammeldosen und die geweihte Kreide abholen können. "Bislang haben wir noch nie einen Bezirk streichen müssen, weil wir ihn nicht besetzen konnten. Aber es war schon oft sehr knapp", berichten Bertenburg und Volmer. Für die aktuelle Aktion hoffen die beiden Frauen, wieder genügend Mitstreiter finden zu können.

Quelle: RP
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