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Tönisvorst
CDU spricht sich für Schwimmbad aus

Tönisvorst: CDU spricht sich für Schwimmbad aus
Blick in die Schwimmhalle des Sport- und Freizeitbades H2Oh. Nach dem Maßnahmenkatalog wollte die Verwaltung das Heizkraftwerk, das auch die Siedlung mit Wärme versorgt, und die Abschreibungsfristen prüfen. FOTO: NEW
Tönisvorst. Auf ihrer Klausurtagung zum Haushalt erklärt die CDU-Fraktion die Familienfreundlichkeit von Tönisvorst zum Zukunftsschwerpunkt. Dabei gibt sie eine deutliche Stellungnahme für den Erhalt des Schwimmbades H2Oh ab. Von Heribert Brinkmann

Die Christdemokraten sprechen sich für den Erhalt und die Stärkung des Sport- und Freizeitbades H2Oh an der Schelthofer Straße aus. Das ist das wichtigste konkrete Ergebnis der Klausurtagung der CDU-Fraktion zum Thema Haushalt. Vierzehn Tage nach der Klausur Ende Oktober, noch unter Leitung des Vorsitzenden Helmut Drüggen, überrascht die CDU mit einer deutlichen Festlegung innerhalb der Sparüberlegungen. Im Januar hatte sich der Hauptausschuss im Maßnahmenkatalog 18 Monate Zeit eingeräumt, um das Thema Schwimmbad durchzurechnen und abzuwägen. Die CDU hat sich bereits jetzt festgelegt.

Die Entscheidung für das Schwimmbad entspricht dem neuen Zukunftsschwerpunkt Familienfreundlichkeit. "Politik muss gestalten", sagt der neue Fraktionsvorsitzende Christian Rütten in einer Pressemitteilung der Fraktion. Deshalb habe man Schwerpunkte identifiziert und definiert, "damit Tönisvorst attraktiv und starke bleibe". Die CDU wolle zwar gleichzeitig für solide Finanzen eintreten - schließlich könne man das errechnete Defizit von fast 3,5 Millionen Euro für das Jahr 2017 nicht übersehen. Die Fraktion unter der neuen Doppelspitze von Andreas Hamacher und Christian Rütten versucht den Spagat: eine Balance zwischen finanzieller Solidität und infrastruktureller Zukunftsfähigkeit.

Aus Sicht der CDU-Fraktion sprechen viele Gründe für den Erhalt des Schwimmbades: Das Bad erfreue sich großer Beliebtheit in der Stadt und erfülle die Funktion einer Sport- und Freizeitstätte in vollem Umfang. Neu sind allerdings diese Töne: "Das Defizit des Bades sei zwar nicht zu leugnen, bewege sich aber im Vergleich zu vielen anderen Bädern der Region auf einem moderaten Niveau." Der Zuschussbedarf von 6,57 Euro pro Ticket müsse es der Stadt wert sein, eine für die Stadt, aber auch darüber hinaus geschätzte Sport- und Schwimmstätte dauerhaft zu sichern. "Das Bad hat etwas mit Wohlfühlen in Tönisvorst und der Attraktivität der Stadt zu tun", unterstreicht Andreas Hamacher.

Ein weiterer Punkt, der für den Erhalt spreche, ist nach Meinung der CDU-Fraktion das Schulschwimmen. Immer mehr Kinder lernten erst in der Grundschule schwimmen. Studien belegten, dass die Zahl der Nichtschwimmer in Deutschland wieder ansteige. Deswegen sagt Christian Rütten, der selber Lehrer an der Sekundarschule ist: "Schwimmen ist ein wichtiger Faktor im Schulsport." Sollte das Schwimmbad geschlossen werden, müssten die Kinder auf das Schulschwimmen verzichten, weil die alternativen Schwimmstandorte in Kempen, Willich und Krefeld entweder zu weit entfernt lägen oder durch dort ansässige Grundschulen und Vereine bereits ausgelastet seien. "Das Bad erfüllt also neben der Freizeit- auch eine Bildungsfunktion und muss darum erhalten und gestärkt werden", betont auch Andreas Hamacher.

In der Klausurtagung zu den von der Verwaltung vorgeschlagenen Konsolidierungsmaßnahmen, an der auch Bürgermeister Thomas Goßen und Kämmerin Nicole Waßen teilnahmen, verständigte sich die Fraktion darauf, die freiwilligen Leistungen der Stadt "einer genauen Überprüfung (zu) unterziehen". Dabei solle es um die Effizienz und die bisherigen Standards gehen.

Quelle: RP
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