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Tönisvorst
Decher ist jetzt offiziell im Amt

Tönisvorst: Decher ist jetzt offiziell im Amt
Helmut Drüggen (links) wurde von den CDU-Mitgliedern nur knapp ins Amt des stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Eindeutiger fiel das Ergebnis beim Vorsitzenden Alexander Decher und der Beisitzerin Denise Langer aus. FOTO: Kaiser
Tönisvorst. Einen neuen Vorstand wählte der CDU Stadtverband Tönisvorst bei seiner Mitgliederversammlung. Helmut Drüggen erreichte die erforderliche Mehrheit für das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden nur knapp. Von Stephanie Wickerath

Eine breite Zustimmung von der Basis sieht anders aus: Mit nur 29 Ja-Stimmen wählten die Mitglieder der CDU Tönisvorst am Montagabend den Fraktionsvorsitzenden Helmut Drüggen zum stellvertretenden Vorsitzenden des Stadtverbandes. 23 Wahlberechtigte stimmten gegen ihn, drei enthielten sich der Stimme. Eindeutig war hingegen die Wahl des neuen Vorsitzenden Alexander Decher. Der 40-jährige St. Töniser konnte 49 Ja-Stimmen auf sich vereinen, nur sieben Mitglieder stimmten gegen ihn. Auch Denise Langer, Vorsitzende der Frauen-Union, wurde mit eindeutigem Ergebnis als Beisitzerin in den Vorstand gewählt. Gegenkandidaten gab es für die Ämter nicht.

Die drei Positionen, Vorsitzender, stellvertretender Vorsitzender und Beisitzer, waren vakant, weil Michael Schütte das Amt des Vorsitzenden im August überraschend "aus familiären Gründen" aufgegeben hatte. Mit ihm schied auch Beisitzer Torsten Klauth aus dem Vorstand aus. Alexander Decher hatte seit November 2014 gemeinsam mit Anja Lambertz-Müller das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden inne. Anja Lambertz-Müller bleibt auch weiterhin stellvertretende Vorsitzende. Komplettiert wird der CDU-Stadtverbandvorstand durch Geschäftsführer Thomas Kroschwald und Schatzmeister Georg Körwer. Aktuell hat der Stadtverband 229 Mitglieder. Das Durchschnittsalter liegt bei 60 Jahren.

Alexander Decher, der beruflich beratend in Arztpraxen tätig ist, ist der vierte Vorsitzende in fünf Jahren. Auf Reinhard Maly, der das Amt mehr als sieben Jahre innehatte, folgte 2010 Jörg Geulmann. 2012 übernahm der Vorster Michael Schütte den Vorsitz, jetzt ist Alexander Decher dran. Der trat zwar wesentlich selbstbewusster auf als sein Vorgänger, bleibt bei seiner Antrittsrede aber bei Allgemeinplätzen: "Sachorientiert" solle jetzt gearbeitet werden, die Politiker müssten sich auf "die Veränderungen in der Gesellschaft" konzentrieren, "wie die U-3-Betreung in den Kindertagesstätten, die Inklusion in den Schulen und die Integration der Flüchtlinge". Auch die Altersarmut und das Bedürfnis nach mehr Sicherheit, etwa zum Schutz vor Einbrüchen, seien Themen.

Auch Bürgermeister Thomas Goßen, ebenfalls CDU, sprach ein Grußwort. Dabei stellte er die Flüchtlingskrise in den Mittelpunkt. "Wir können nicht die Augen zu machen vor Krieg, Korruption und Terror", sagte Goßen, "die Welt beginnt vor unserer Haustüre." Menschen, die vor den Grausamkeiten in ihrer Heimat fliehen, sollten auch weiterhin eine menschenwürdige Unterbringung in Tönisvorst bekommen, aber: "Unsere Leistungsfähigkeit ist begrenzt." Zu viele Flüchtlinge seien in zu kurzer Zeit gekommen. Der Dank des Bürgermeisters galt den "vielen sehr engagierten haupt- und ehrenamtlichen Kräften, die jeden Tag aufs Neue zeigen, wozu wir in der Lage sind."

Einer dieser hauptamtlichen Kräfte ist Peter Hohlweger. Seit Monatsanfang ist der Sozialarbeiter, der vorher für die Diakonie die Flüchtlingshilfe im Kreis organisiert hat, für die Stadt Tönisvorst tätig. Sein Büro hat er in der Flüchtlingsunterkunft an der Industriestraße. Mit sechs ebenfalls neu eingestellten Hausmeistern, die laut Bürgermeister Goßen "Kümmerer" sind, betreut Hohlweger die gut 400 Tönisvorster Flüchtlinge. Hohlweger lobte in seiner Rede die Arbeit der Flüchtlingshilfe Tönisvorst, die Sprachkurse anbietet, Fahrradwerkstätten aufgebaut hat, Freizeitangebote macht, Einzelbetreuung leistet, Geld- und Sachspenden sammelt.

Quelle: RP
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