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Tönisvorst
Den inneren Wegweisern folgen

Tönisvorst: Den inneren Wegweisern folgen
Beim Erzählcafé berichtete Schwester Karoline Mayer, auf dem Foto im Haus Vorst umrahmt von Roswitha Reumann (links) und Gerda Thodam, von ihrer Arbeit in den Slums von Santiago de Chile. FOTO: ACHIM HÜSKES
Tönisvorst. Die Autorin Angela Krumpen aus Vorst stellt gemeinsam mit Schwester Karoline Mayer, die seit vielen Jahren in Chile bei den Ärmsten der Armen lebt und arbeitet, das Buch "Jeder trägt einen Traum im Herzen" vor. Von Stephanie Wickerath

Echte Träume haben nichts Verträumtes, nichts Romantisches, findet Angela Krumpen. Echte Träume werden auch nicht nachts mit geschlossenen Augen geträumt. "Echte Träume, das sind die, die jeder von uns in seinem Herzen mit sich trägt", sagt die Autorin und Radiomoderatorin aus Vorst, die zu diesem Thema gemeinsam mit Schwester Karoline Mayer ein Buch geschrieben hat, das die beiden Frauen jetzt beim Erzählcafé der katholischen Kirche in Vorst vorstellten.

Jeder habe einen solchen Traum in sich, und es lohne sich, seinem Traum zu folgen, sind sich die Autorinnen einig. "Es ist mir ein Anliegen, Menschen zu ermutigen, ihren Traum zu finden und ihren Weg zu gehen", sagt die 52-jährige Angela Krumpen. Viel zu häufig würden gerade junge Menschen ausgebremst, wenn sie ihren Traum formulieren. "Davon kann man doch nicht leben", hieß es dann, oder "Das ist doch kein Beruf."

Auch die heute 72-jährige Schwester Karoline kennt das. Ihr Traum sei es schon als Mädchen gewesen, als Ordensschwester in die Welt zu reisen und dafür zu sorgen, dass auch die Ärmsten Zugang zum Gesundheitssystem haben. Ihre Mutter war strikt dagegen. "Es tat mir sehr leid, meine Mutter zu verletzen, aber ich musste meinem Traum folgen", sagt Karoline, die so klein und zart wirkt und dennoch vor Kraft zu strotzen scheint.

Und Karoline ging ihren Weg. Mit 14 Jahren verließ sie ihr Elternhaus in Oberbayern und zog in das Klosterdorf Steyl bei Venlo. 1968 wurde sie als Missionarin nach Chile geschickt. Allerdings wurde sie im Reichenviertel eingesetzt. Das war nicht das, was Karoline wollte. Also engagierte sie sich eigenmächtig in den Slums. Als es im Chile zum Putsch kam, zog der Orden die Missionare ab. Karoline wollte die Menschen nicht alleine lassen. Sie trat aus dem Orden aus, flog zurück nach Santiago und gründete ihre eigene Schwesterngemeinschaft, die Comunidad de Jesus.

Woher Karoline die Kraft genommen habe, trotz aller Widrigkeiten, ein großes, erfolgreiches Sozialwerk mit Gesundheitszentrum, Kindergärten, Frauenbildungsstätten, Berufsschule und Drogen- und Rehazentrum aufzubauen, habe sie sich oft gefragt, erzählt Angela Krumpen. Die Antwort gibt das Buch: Wer den Traum lebt, den er im Herzen trägt, setzt so viel Kraft und Energie frei, dass er damit Berge versetzen kann. Während Angela Krumpen bei der Veranstaltung in Vorst viele weitere Beispiel von Menschen rund um Karoline aus dem Buch vorliest, die ebenfalls ihren Traum gefunden und gelebt haben, erzählt Karoline mit viel Humor aus ihrem Leben. Immer wieder geht der Appell an die rund 40 Zuhörer: Entdeckt Euren Traum und traut Euch, ihn zu leben. Die Freude daran bringe Ideen, Mut, Energie. Für die beiden Frauen ist es das dritte Buch, das sie gemeinsam geschrieben haben. Zehn Jahre lang hat Angela Krumpen Schwester Karoline immer wieder besucht. "Karoline ist eine Lichtgestalt, sie ist wirklich eine außergewöhnliche Frau", sagt die Autorin, die aber dennoch überzeugt ist, dass jeder seinen Traum leben kann. "Wir alle haben die Kraft dazu", sagen die beiden Frauen unisono, "und mit dieser Kraft können wir die Welt verändern."

Quelle: RP
 
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