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Tönisvorst
Der Mertenshof hat einen neuen Besitzer

Tönisvorst: Der Mertenshof hat einen neuen Besitzer
Architekt Rüdiger Perbandt (von links), Mitarbeiterin Alime Oztas und der neue Besitzer Bodo Garden im Innenhof des Mertenshofs. Das äußere Erscheinungsbild des historischen Gebäudes soll sich nicht ändern, sagen sie. FOTO: Wolfgang Kaiser
Tönisvorst. Bis zu 17 kleinere und zwei große Wohnungen sollen im ehemaligen Gutshof am Kirchplatz entstehen. Auch eine Gastronomie ist geplant. Außerdem bekommen die "Alter-nativen" neue Räume. Fertiggestellt werden soll das Objekt im Herbst 2017. Von Stephanie Wickerath

Seit zweieinhalb Jahren steht er leer, der Mertenshof zwischen Kirchplatz und Pastorswall in St. Tönis. Jetzt hat Bodo Garden aus Willich das Anwesen gekauft. Rund vier Millionen Euro will der Geschäftsführer der Colonia Liegenschaften AG insgesamt in die "gute Stube" investieren. Gemeinsam mit dem Viersener Architekten Rüdiger Perbandt und dessen Mitarbeiterin Alime Öztas hat Garden die Pläne für den Umbau des denkmalgeschützten Anwesens im St. Töniser Ortskern entwickelt.

Demnach sollen im ehemaligen Hotel am Kirchplatz 14, in der Remise und im ehemaligen Hotel- und Gastronomietrakt gegenüber der Remise Wohnungen untergebracht werden. "Im Haupthaus werden drei bis fünf Wohnungen entstehen, in den beiden Backsteinflügeln entlang des Innenhofes werden es je sechs Wohnungen sein", sagt Bodo Garden. Die seniorengerechten Wohnungen sollen zwischen 40 und 60 Quadratmeter groß sein. Sie sollen sowohl als Mietwohnungen (die Rede ist von 11 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche) als auch als Eigentumswohnungen genutzt werden können.

Bei allen Umbauten müssen die Projektentwickler den Denkmalschutz berücksichtigen. "Nicht nur das Haupthaus aus dem Jahr 1745, auch die Anbauten stehen alle unter Denkmalschutz", sagt Architekt Perbandt. Die Planung sei wegen der Denkmalbestimmungen und der Bauvorschriften sehr komplex. "Deshalb rechnen wir auch nicht damit, dass die Wohnungen vor Herbst 2017 bezugsfertig sind", gibt Bodo Garden den Zeitrahmen vor.

In dem Anbau am Pastorswall, der 1989 entstand, soll ein auf etwa 150 Quadratmeter im Vergleich zum jetzigen Zustand stark verkleinertes Restaurant mit Außengastronomie zur Parkanlage hin untergebracht werden. Auch die "Alter-nativen", das städtische Seniorenbüro, das jetzt in der Remise seine Räume hat, soll dort seine neue Bleibe bekommen. Und in der oberen Etage, wo im großen Saal jahrelang Hochzeiten gefeiert wurden, entstehen zwei 150 Quadratmeter große Loft-Wohnungen. Parkplätze für Autos sind am Mertenshof nicht vorgesehen.

Architekt Perbandt ist begeistert von der guten Architektur des Hauses, die nach außen hin unangetastet bleiben soll. "Wir werden die Fenster erneuern müssen, den Brandschutz und die gesamte Technik", sagt der Architekt, aber das Erscheinungsbild des bekanntesten Hauses von St. Tönis bliebe unverändert. "Dieses Haus ist noch Jahrhunderte lang nutzbar", ist Perbandt überzeugt. Lebendiges Wohnen im Denkmal sei das Ziel der Umgestaltung. "Wir streben ein Konzept für Jung und Alt an, ein Haus mit offener Atmosphäre und guter Anbindung an den Innenstadtbereich", sagen der Architekt und der neue Eigentümer.

Die Stadtverwaltung ist froh, dass im Mertenshof wieder Leben einzieht. "Es ist wichtig, dass das Anwesen eine Folgenutzung bekommt", sagt Bürgermeister Thomas Goßen, "ein Leerstand mitten in der Stadt ist keine Perspektive." Warum der Betrieb im Oktober 2013 aufgegeben wurde, weiß niemand so genau. Von Brandschutzbestimmungen, die nicht eingehalten worden seien, und Legionellen-Gefahr war die Rede, als die Pächter die Reißleine zogen. Eigentümer der Immobilie waren bisher Firma und Familie Heckmann aus Kempen, die sich zwischenzeitlich von einem Insolvenzverwalter vertreten ließen.

Quelle: RP
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