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Tönisvorst
Deutsche Geldscheine für Persien

Tönisvorst. Die Krefelder Münzfreunde laden zu einer Münz- und Geldscheinbörse am Sonntag, 7. August, nach St. Tönis ein - und haben etwas Besonderes zu bieten.

Im 1. Weltkrieg stellten der deutsche Generalstab und das Auswärtige Amt eine aus Deutschen und Türken bestehende Expeditionstruppe in Konstantinopel (Istanbul/Türkei) auf. Hauptziel dieser Expedition sollte sein, den Emir Habibulla in Kabul/Afghanistan zu bewegen, den aus Indien kommenden Truppennachschub für die englischen Streitkräfte durch die afghanische Armee zu bekämpfen.

Der deutsche Offizier Dr. Oskar Ritter von Niedermeyer befehligte die Expeditionstruppe. Eine Vorhut von 25 Soldaten mit Ausrüstung wurde in mehrere Einbahnwagen verladen und der Inhalt der Waggons diskret als Wanderzirkus getarnt. Zöllner, die den Eisenbahnzug überprüften, wunderten sich über die Telegraphenstangen mit angeschraubten Porzellan-Isolatoren. Die Soldaten, die als Zirkusarbeiter verkleidet waren, erklärten diese Stangen als Stützen für das Zirkuszelt. Als dann noch Maschinengewehre und 1 Million Schuss Munition entdeckt wurden, bezeichnete man diese für ein Galafeuerwerk.

Die deutsche Reichsdruckerei in Berlin stellte im Jahre 1916 ohne persische (heute Iran) Genehmigung reguläre deutsche Geldscheine aus den Jahren 1904 bis 1910 in den Werten 1000, 200, 100, 20, 10 und 5 Mark her, die mit einem persischen Wertaufdruck versehen waren. Der persische Wertaufdruck in blau oder rot lautet 250, 25, 5, 2½ und 1¼ Toman persischer Währung. Hergestellt wurden 515100 Stück im Werte von ca. 1,6 Millionen Toman, was einem Wert von ca. 6,4 Mill. Mark entsprach. Diese Geldscheine sollten hautsächlich für deutsche militärische Vorhaben in Persien dienen. Ob auch die Soldaten des Dr. von Niedermeyer von diesen Geldscheinen einige erhielten, ist nicht sicher belegt. Vor dem Eintreffen der Geldscheine in Persien wurde Dr. von Niedermeyer zurückbefohlen, womit seine Mission gescheitert war. Die überdruckten Geldscheine sind selten und gesucht, was schon zwangsläufig zu Fälschungen anregt. Die Geldscheine mit falschem Aufdruck kann man unter einer starken Lupe an den feinen Farbspritzern neben der Schrift erkennen. Einen solchen verfälschten Geldschein und einige andere außergewöhnliche Scheine kann man in einem Schaukasten am Sonntag, 7. August, in St. Tönis im Marienheim, Friedensstraße 1 von 11 bis 14 Uhr im Rahmen der 44. Krefelder Münzen- und Geldscheinbörse besichtigen.

Quelle: RP
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