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Tönisvorst
Die Arbeit wird immer umfangreicher

Tönisvorst: Die Arbeit wird immer umfangreicher
Die Versorgung der hungernden Menschen im Südsudan, Nordkenia, Somalia und Burkina Faso war einer der Schwerpunkte der Hilfe von Action Medeor 2016. FOTO: AM
Tönisvorst. Langanhaltende Dürre, Gewalt, Krieg und Vertreibung - das waren die Herausforderungen für das Tönisvorster Medikamentenhilfswerk Action Medeor im vergangenen Jahr.

Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen warnten bereits vor Monaten vor den Folgen einer besonders langanhaltenden Dürre in Ostafrika. "Die Befürchtungen haben sich leider bestätigt", sagte Bernd Pastors, Vorstandssprecher von Action Medeor, jetzt auf der jährlichen Mitgliederversammlung des Vorster Medikamentenhilfswerks. "Über 23 Millionen Menschen leiden Hunger. Wir haben bereits im vergangenen Jahr Spezialnahrung, Mittel gegen Durchfallerkrankungen, Antibiotika und Schmerzmittel auf den Weg gebracht." Die medizinische Versorgung der hungernden Menschen im Südsudan, Nordkenia, Somalia und Burkina Faso war einer der Schwerpunkte der Hilfe von Action Medeor 2016.

Auch die Folgen der kriegerischen Auseinandersetzungen im Nordirak und Syrien bestimmten 2016 die Arbeit von Action Medeor. Gewalt und Terror machen in manchen Regionen selbst die medizinische Grundversorgung fast unmöglich. "Dank unserer Partner vor Ort konnten wir Krankenhäuser und Gesundheitsstationen auch in umkämpften Gebieten mit Medikamenten, Verbandsmaterial, aber auch Röntgen- und Ultraschallgeräten ausstatten", so Pastors. Die Menschen in Haiti wurden durch Hurrikan Matthew abermals hart getroffen. 1,4 Millionen Menschen brauchten Hilfe. Gemeinsam mit Partnern brachte Action Medeor mehr als 35 Tonnen medizinische Hilfe auf den Weg.

"Nur wenn die politischen Konflikte gelöst werden, die Klimapolitik schärfer durchgreift und arme Länder die Chance bekommen, sich selbst zu entwickeln, können die Probleme gelöst werden", sagte Pastors. "Der Zugang zu einer ausreichenden Gesundheitsversorgung ist gleichzeitig Ziel und Voraussetzung nachhaltiger Entwicklung. Deshalb ist es so wichtig, die Partner im Süden zu unterstützen, sich selbst vor Ort mit den notwendigen Medikamenten versorgen zu können. Insbesondere müssen die Qualität und die Verfügbarkeit von Arzneimitteln in den Partnerländern weiterhin gefördert werden."

Alle Medikamente, die bei Action Medeor eingehen, werden von hauptamtlichen Apothekern auf ihre Qualität geprüft. Um die Qualität von Medikamenten vor Ort besser überprüfbar zu machen, hat Action Medeor ein Sicherheitsetikett für Medikamente entwickelt. Neben der Qualitätssicherung gehört auch die Erstellung pharmazeutischer Länderprofile zu den Aufgaben der Pharmazie. "Vergangene Lieferungen und Anfragen aus den jeweiligen Ländern geben darüber Aufschluss, welche Medikamente und welches Equipment benötigt werden. Diese Daten beschleunigen die Arbeit bei akuten Krisen", erklärte Christoph Bonsmann, Vorstand und Apotheker bei Action Medeor. Ein anderer wichtiger Aufgabenbereich der Pharmazie ist die pharmazeutische Fachberatung. "Weil wir viel Erfahrung bei Katastrophen und in der Entwicklungsarbeit gesammelt haben, schulen wir sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern Einsatzkräfte sowie Pharmaziestudenten und Apotheker, die in der Entwicklungsarbeit und Katastrophenhilfe arbeiten wollen." In Sierra Leone baut Action Medeor eine Hebammenschule auf. "Ebola konnte sich in Westafrika 2014/2015 nur aufgrund der schlechten Gesundheitsstruktur und unzureichender Personalkapazitäten so schnell ausbreiten. Dem wollen wir entgegenwirken", so Bonsmann.

Die Medikamentenhilfe durch eigene Strukturen zu verbessern, wird noch stärker in den Fokus rücken. In Dar es Salaam in Tansania unterhält Action Medeor seit über dreizehn Jahren ein Medikamentenlager und seit drei Jahren ein zweites Lager in Masasi im Süden Tansanias. Ein dritter Standort im Südwesten Tansanias wird geplant. Ende 2015 eröffnete Action Medeor eine Landesfiliale in Lilongwe in Malawi.

(msc)
 
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