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Tönisvorst
Die drei Bewerber für die CDU-Landtagskandidatur

Tönisvorst. Es war ein ganz besonderes Ereignis, aber es zog nicht gerade viele Interessenten an. Nicht mal 40 Mitglieder waren der Einladung der CDU Tönisvorst gefolgt, alle drei Bewerber kennenzulernen, die CDU-Landtagskandidat bei der Landtagswahl 2017 für Krefeld-Süd/Tönisvorst werden wollen. Für diese Wahl wurde der Wahlkreis neu zugeschnitten. Erstmals müssen Tönisvorster, sonst im Kreis Viersen verwurzelt, und Krefelder gemeinsame Sache machen. Am Donnerstagabend traf man sich bei Ravvivi und hat sich ein wenig beschnuppert, auch ein wenig gefremdelt. Dabei sind alle offen und fair miteinander umgegangen. Nicht nur die Kreisvorsitzenden Marcus Optendrenk (Viersen) und Marc Blondin (Krefeld) haben die Parole Frieden ausgegeben, auch die Kandidaten wollen - am Tag nach der Entscheidung - gemeinsam Wahlkampf für den Sieg des einen Kandidaten machen. Am 28. Juni haben die Mitglieder das Wort. Im Gymnasium Horkesgath wird der Landtagskandidat von den CDU-Mitgliedern im neuen Wahlkreis gewählt. Dann geht es für die drei um die Wurst. Von Heribert Brinkmann

Am Donnerstagabend mit blauem Himmel, lauen Lüftchen im Innenhof des Gasthofes Ravvivi war die gemeinsame Vorstellungsrunde noch eine heitere Generalprobe. Dr. Marcus Optendrenk, von Thomas Kroschwald, Geschäftsführer CDU Tönisvorst, als "unseren Jahresvorsitzenden" vorgestellt - Heiterkeit garantiert - wählte die alphabetische Reihefolge. Kaiser stieg als erster in den Ring. Der gelernte Konditormeister war unter Rüttgers fünf Jahre im Landtag. Und Kaiser kann nicht nur süß. Im Landtag lernte er Netzwerke zu knüpfen. Seine Kontakte münzte er danach in beruflichen Erfolg um. Er wurde Berater für Architekten bei kommunalen Objekten. Außerdem ist er gut im Handwerk und in der Mittelstandsvereinigung vernetzt. Der gemeinsame Wahlkreis sei "ohne Frage keine Liebesheirat", aber Tönisvorst auch kein Neuland. Seine heute 19-jährige Tochter hat übrigens in St. Tönis ihr Abitur gemacht. Und mit van Haag ist er auch gut bekannt. Im Landtag will er für den Ausbau von Gewerbegebieten in Tönisvorst kämpfen.

Der zweite hatte ein Heimspiel. Dirk Louy, mit 40 der jüngste des Bewerber-Trios, erhielt zu Recht den meisten Applaus. Natürlich halten die meisten Mitglieder zu ihrem heimischen Kandidaten. Doch in seiner Vorstellungsrunde bewies er, dass er im Dingen Umweltschutz kompetent und redegewandt ist. Seit zweieinhalb Jahren ist der promovierte Naturwissenschaftler Referent der CDU-Fraktion im Landtag. Im Landtag beobachtet Louy gerade, wie bei der Überarbeitung der Gesetze der Wirtschaftsstandort und die Landwirtschaft durch das Vorkaufsrecht für Naturschutzverbände gravierend berührt werden.

Dritte im Bunde war Britta Oellers, stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Krefelder Rat. Sie ist echt neugierig auf St. Tönis und Vorst. Sie sammelte Sympathiepunkte für ihre offene, bürgernahe Art, auf Menschen zuzugehen. Auf die Fragen nach Kommunalfinanzen und Gewerbeflächen konnten alle punkten. Doch schnell wurde auch klar, dass die drei Bewerber schon ganz gut die Politik-Sprache beherrschen. Auch wenn alle drei lieb und nett miteinander umgingen - drei aufeinander eingeschworene Musketiere sind sie auch nicht. Eher: Es kann nur einen geben.

Quelle: RP
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