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Tönisvorst
"Die Situation ist einer Schule nicht würdig"

Tönisvorst: "Die Situation ist einer Schule nicht würdig"
Die Sekundarschule hatte gestern Mittag die Fraktionsvorsitzenden der Parteien ins Schulzentrum eingeladen. Sie sollten mit eigenen Augen die unhaltbaren Zustände der provisorischen Essenausgabe sehen. FOTO: WOLFGANG KAISER
Tönisvorst. Eltern und Schulleitung der Sekundarschule sprachen gestern fast zwei Stunden lang mit Politikern über die Mensaproblematik. Das Ergebnis: Der Kellerraum soll schnellstmöglich wieder hergerichtet werden. Von Stephanie Wickerath

Greta und ihre Freundinnen quetschen sich zu siebt an einen Tisch, der eigentlich nur für fünf Personen ausgelegt ist. Jonas und sein Freund setzen sich gleich mit ihren Tellern auf die Steinstufen, um dort zu essen. Alle Tische im Foyer des Forums Corneliusfeld, das den Sekundarschülern seit einigen Monaten als provisorischer Essensraum dient, sind besetzt. Vor der Essensausgabe, die in einer kleinen Ecke stattfinden muss, bildet sich eine lange Schlange. Es ist unheimlich laut und brechend voll, und kaum ein Kind kommt bis zu seinem Platz, ohne angerempelt worden zu sein.

"Die Zustände in der provisorischen Mensa sind unzumutbar", bringt es Angela Krumpen, Vorsitzende der Schulpflegschaft auf den Punkt. Und Dr. Heinz Michael Horst, SPD-Fraktionschef, sagt: "Ich würde mein Kind hier nicht zum Essen hinschicken. Die Situation ist einer Schule nicht würdig." Neben Horst ist auch Helmut Drüggen, Fraktionsvorsitzender der CDU, von der Sekundarschule an diesem Tag zum Mittagessen eingeladen worden. Außerdem sind Elisabeth Schwarz und Roland Gobbers von den Grünen gekommen, Peter Lambertz von der UWT sowie Silke Depta und Helge Schwarz von der SPD.

"Wir wollten gerne, dass Sie sich persönlich ein Bild machen können, unter welchen unhaltbaren Bedingungen unsere Kinder täglich essen müssen", begrüßt Angela Krumpen die Politiker. "Dieses Provisorium ist räumlich und technisch, erst recht hygienisch, unzumutbar." Dem wollen die Politiker nicht widersprechen. Gleichwohl haben sie erst vor einem Monat den SPD-Vorschlag abgelehnt, eine neue, große Lösung für das Mensaproblem am Schulzentrum zu finden. Auch den Vorschlag der Eltern, die ehemalige kleine Mensa mit 80 Plätzen im Keller wieder herzustellen, lehnten sie ab.

Seit fast acht Monaten ist der Kellerraum geschlossen, weil Wasser aus den Leitungen der Spülmaschinen ausgetreten ist und für Schimmelbildung gesorgt hat. Weil der Raum im Souterrain auch in der Vergangenheit schadensanfällig war, solle nicht noch mehr Geld dort versenkt werden, hieß es von den Politikern. "Der Kellerraum ist auf Dauer auch keine gute Lösung, aber für uns die schnellste Möglichkeit, aus diesem Foyer herauszukommen", sagt die Schulpflegschaftsvorsitzende. Das Argument von CDU und UWT, es sei kein Geld für eine Mensa vorhanden, gilt hier nicht: Die Versicherung kommt für die Schadensregulierung auf.

Die Politiker sicherten nach dem gestrigen Gespräch mit Eltern und Schulleitung zu, schnell eine Lösung zu finden. Von Containern, in denen gegessen werden könne, bis der Kellerraum saniert sei und einem "tragfähigen Gesamtkonzept für die Zukunft" war die Rede. Für dieses Konzept aber, das gab Elisabeth Schwarz von den Grünen zu bedenken, müsse zunächst die Entscheidung getroffen werden, ob die Unterstufen von Gymnasium und Sekundarschule, Klassen des Gymnasiums oder Klassen der Sekundarschule ins Schulgebäude Kirchenfeld ziehen. "Es hat wenig Sinn, eine Mensa am Corneliusfeld zu bauen, wenn die Kinder, die die Mensa hauptsächlich nutzen, im Kirchenfeld sind." Und dass Kinder aus dem Corneliusfeld ausziehen müssen, steht fest. Laut Schulentwicklungsplan reichen die Räume im Schulzentrum bereits im Schuljahr 2016/17 nicht mehr aus.

Quelle: RP
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