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Tönisvorst
Digitalisierung für die Grundschulen

Tönisvorst: Digitalisierung für die Grundschulen
Mit Landesmitteln soll die Digitalisierung der Schulen vorangetrieben werden, beginnend bei den Grundschulen. Unser Foto zeigt Schüler der Katholischen Grundschule, die 2016 Weihnachtspakete für Round Table einpackten. FOTO: WICKERATH
Tönisvorst. Die Stadt Tönisvorst bekommt finanzielle Zuwendungen aus verschiedenen Töpfen, insgesamt geht es um mehr als 8,87 Millionen Euro. Bürgermeister Goßen und Kämmerin Waßen erläutern, wofür das Geld ausgegeben werden soll. Von Heribert Brinkmann und Stephanie Wickerath

Ein warmer Geldregen geht auf die Stadt Tönisvorst nieder: Alleine aus dem Gemeindefinanzierungsgesetz bekommt die Apfelstadt 6,74 Millionen Euro - 3,2 Millionen mehr als bisher. Als die Landtagsabgeordnete Britta Oellers (CDU) darüber aus Düsseldorf informierte, erweckte das bei einigen Politikern vor Ort gleich neue Begehrlichkeiten. Doch Kämmerin Nicole Waßen hatte die Summe schon grob geschätzt in den Haushaltsentwurf eingestellt - und lag nur rund 200.000 Euro drunter. In die Ratssitzung am Mittwoch brachte sie die neuen Zahlen mit einem 1. Veränderungsnachweis ein. Bis zur Dezember-Ratssitzung können nun die Fraktionen den Haushalt 2018 beraten. Diskutiert wurde nicht. Nach einer Viertelstunde war die kurze öffentliche Sitzung des Stadtrates auch schon zu Ende.

Zu den Erfolgsmeldungen über einen "Geldsegen" für Tönisvorst gehören auch die beiden Töpfe, die zweckgebunden für die Modernisierung der Schulen eingesetzt werden müssen. Fast 763.000 Euro aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz und 1,37 Millionen Euro aus dem Programm "Gute Schule 2020" stehen für Tönisvorst bereit. Wer jetzt aber glaubt, die Kinder waschen bald an goldenen Becken die Hände, der hat sich getäuscht. Im Gespräch mit der Rheinischen Post erläutern Bürgermeister Thomas Goßen und Kämmerin Nicole Waßen, wofür das Geld gebraucht wird. "Das Geld aus dem Gemeindefinanzierungsgesetz ist bereits in den Haushalt eingerechnet", sagt die Kämmerin. Dadurch habe sich die Haushaltssituation deutlich verbessert.

Auch das Geld aus dem Programm "Gute Schule 2020" ist schon verplant. Politiker und Verwaltung sind sich einig, dass sie mit den Landesmitteln die Digitalisierung der Grund- und weiterführenden Schulen vorantreiben wollen. Für den Breitbandanschluss, die Netzwerkverkabelung, WLAN und Server wird bereits ein Großteil des Geldes benötigt. "Dann haben wir aber noch keine Endgeräte", sagt der Bürgermeister. Außerdem werde in den Folgejahren Geld für den Support gebraucht.

Zu den fast 763.000 Euro aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz wollen Goßen und Waßen noch nichts sagen. "Das Gesetz ist vom Land noch nicht verabschiedet. Wir planen erst mit dem Geld, wenn wir einen verbindlichen Bescheid haben", sagt der Bürgermeister. Fest stehe aber, dass die Schulgebäude im Stadtgebiet - vier Grundschulen gibt es und zwei Gebäude für die weiterführende Schulen - auch in den nächsten Jahren eine Großbaustelle bleiben.

"Wir wissen jetzt, dass wir ab 2026 sechs Klassenräume zu wenig für das Michael-Ende-Gymnasium und die Rupert-Neudeck-Gesamtschule haben", sagt Goßen. Deshalb müsse über einen Anbau nachgedacht werden. Im Schulausschuss am nächsten Donnerstag steht das Raumkonzept auf der Tagesordnung. Aber auch der Brandschutz der in die Jahre gekommenen Gebäude ist ein großes Thema. So wird die Stadt im nächsten Jahr allein 635.000 Euro für den Brandschutz an der Grundschule Hülser Straße, der Schule Kirchenfeld, dem Schulzentrum und dem Jugendfreizeitzentrum ausgeben.

"Das ist sehr undankbar, weil der Brandschutz viel Geld verschlingt und nicht wirklich wahrgenommen wird", sagt Kämmerin Waßen. Dennoch führe kein Weg daran vorbei. Rund 482.000 Euro fließen 2018 in die Instandhaltung und Sanierung des Schulzentrums. Ein Problem hier ist die Entwässerung der Dachhaut. Auch das Dach des Schulgebäudes Kirchenfeld muss saniert werden, zusammen mit der Erneuerung der Kanalisation im Keller sind dafür 250.000 Euro im Haushalt vorgesehen. Und Goßen sieht noch eine andere Schulbaustelle auf die Stadt zukommen. "Beschließt die Regierung ein Recht auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler, haben wir ein echtes Raumproblem."

Quelle: RP
 
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