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Tönisvorst
Ein bunter Meter Wildblumen hilft schon

Tönisvorst: Ein bunter Meter Wildblumen hilft schon
Nabu-Naturtrainer Udo Beine hat seinen eigenen Garten in Vorst zu einer pflegeleichten grünen Oase gemacht. Mit der Wahl der richtigen Pflanzen werden Insekten, Vögeln und anderen Tieren Nahrung und ein Zuhause geboten. FOTO: W. KAISER
Tönisvorst. In jedem Garten kann etwas für den Naturschutz getan werden. Wie, das weiß Nabu-Naturtrainer Udo Beine aus Vorst. Noch ist Zeit genug, den Garten vor der Wachstumsperiode zu gestalten. Von Bianca Treffer

Der Igel, der mit seinem Nachwuchs durch den Garten zieht, zwitschernde Singvögel, die in ihren Nestern brüten, Schmetterlinge, die mit ihren Farben erfreuen und Hummeln, die summend ihre Runden über Blumen drehen - ein idyllisches Bild, das sich so manch einer für seinen Garten wünscht. Wer seine Fläche mit natürlichem Leben füllen möchte, der muss eigentlich nicht viel verändern. "Meist sind es Kleinigkeiten, mit denen man ein anderes Bild in seinen Garten holen kann", weiß Udo Beine aus Erfahrung. Der Vorster ist seit 1960 im Naturschutz tätig und seit dem vergangenen Jahr zudem zertifizierter Nabu-Naturtrainer.

In seinem eigenen Garten hat er eine pflegeleichte grüne Oase entstehen lassen, die Vögel, Insekten und anderen Tieren ein Zuhause bietet. Wer zum Beispiel eine Hecke anlegen möchte, der sollte nicht auf Klassiker wie Eibe, Lorbeer und Taxus zurückgreifen. Ökologisch wertvoller sind Pflanzen wie Liguster, Schlehen, Weißdorn, Felsenbirnen, Buchen und Weidenkätzchen. "Allein der Weißdorn bietet Nahrung für 32 Vogelarten, und Buchen sind eine wertvolle Nahrung für Nachfalter", informiert Beine. Wenn hingegen Einheitsrasen und Ziergewächse wie Zypressen oder Rhododendron einen Garten ausmachen, sieht es mit dem Nahrungsangebot für Vögel und Insekten schlecht aus.

Ein Stückchen Wildblumenwiese ist Naturschutz pur. So läuft derzeit beim Nabu das Projekt "Bunter Meter", bei dem es darum geht, auf einem Quadratmeter eine Wildblumenwiese entstehen zu lassen. "Für eine solche Ecke ist in jedem Garten Platz. Bei der Aussaat sollte der Anleger nur darauf achten, dass er heimische Arten ausbringt", sagt Beine. Dazu gehören unter anderem Wiesensauerampfer, Echtes Mädesüß, Klatschmohn, Gänseblümchen, Margeriten, Kornblumen und Rotklee. Nicht heimische Sorten sind dagegen die Große Nelke, die vielblättrige Lupine oder die Kanadische Goldrute.

Wer auf den Einsatz von Pestitzigen verzichtet, tut der Natur Gutes, zumal sich viele der sogenannten Schädlinge biologisch bekämpfen lassen. Wer Ohrenkneifern mittels einer natürlichen Umgebung oder eines Insektenhotels Wohnraum verschafft, der braucht sich nicht mit der Läusebekämpfung auseinander zu setzen. Ohrenkneifer fressen Läuse. Eine Kohlmeisenfamilie verspeist pro Jahr rund 30 Kilogramm an Kerbtieren. "Eine wilde Stelle im Garten reicht bereits für Schmetterlinge", sagt Beine. Auf Brennnesseln und Disteln fühlen sich die Raupen diverser Falter wohl. Eine sehr gute Nektartankstelle ist der Sommerflieder. Er sieht nicht nur schön aus und duftet, sondern er bietet auch Nahrung. Sonnenblumen sind ebenfalls ökologisch wertvoll. Und in einer ruhigen Laubecke fühlt sich nicht nur der Igel wohl.

Neben dem Nahrungsangebot und natürlichen Unterschlupf- sowie Bruträumen kann zusätzliche Hilfe auch über Angebote wie Insektenhotels, Nistkästen, Hummelhöhlen und Igelhäusern erfolgen. Wichtig ist immer der Standort. "Ein Fledermauskasten sollte in einer Höhe von drei bis vier Meter aufgehangen werden und nach Möglichkeit nicht zur Wetterseite hin. Die reine Westseite ist daher nicht so günstig. Optimal ist Ost bzw. Ost-Süd", erklärt der Nabu-Naturtrainer. Auch Bruthilfen für Vögel sollten gegen Osten ausgerichtet sein. Die pralle Sonne ist für Nistkästen nicht das Richtige. Ganz wichtig ist daher eine Beschattung, am besten in der natürlichen Form eines Baumes.

Die Öffnungen von Insektenhotels sind ebenfalls nicht zur Wetterseite auszurichten. Wer einen Hummelkasten aufstellt, macht dies am besten über einem Mauseloch fest, da Hummeln in alte Mäusehöhlen gehen. "Oder aber etwas Naturfaserisolierwolle in ein Mauseloch stecken, damit es den Geruch aufnimmt und diese Wolle dann in den Kasten geben", sagt Beine.

Handwerklich Geschickte können Nisthilfen und Co nach Anleitung selber bauen. Wem Holz und Hammer dagegen nicht so liegen, dem steht indes eine breite Palette von fertig zu kaufenden Produkte zur Verfügung.

Quelle: RP
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