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Tönisvorst
Ein spannender Blick in die Zukunft

Tönisvorst: Ein spannender Blick in die Zukunft
Offizieller Besuch bei Noffz (von links): Peter Hauptmann, Kreis Viersen, Tobias Noffz, Bürgermeister Thomas Goßen, Petra und Wilfried Noffz, Manuel Bogedain und Markus Solbach. Das Unternehmen braucht bald mehr Platz. FOTO: ACHIM HÜSKES
Tönisvorst. Im Gewerbegebiet Tempelhof veranstaltete die Noffz Computer Technik GmbH eine Hausmesse für drahtlose und Hochfrequenz-Technologie. Die Tönisvorster Techniker helfen aber auch, Falten zu glätten und Muskeln zu bilden. Von Heribert Brinkmann

Hier kann man in die Zukunft blicken, schwärmte gestern ein Besucher beim RF- und Wireless Technologietag der Noffz Technologies in Tönisvorst. Draußen vor der Tür Anzugträger mit Smartphone, drinnen hört man ausschließlich Englisch. Die Geschäftsführer Wilfried Noffz, Markus Solbach und Manuel Bogedain hatten gestern rund 100 internationale Gäste im Haus. Neben Deutschland waren Besucher aus Frankreich, den Niederlanden, Finnland, Ungarn und den USA angereist. Und das Unternehmen, 1989 in Tönisvorst gegründet, expandiert weiter. Gerade wurde ein Büro in Shanghai eröffnet, neben den Stützpunkten in München und Ungarn soll als nächstes der Sprung über den Atlantik gewagt werden und in Mexiko eine Vertretung aufgebaut werden.

"Noffz Technologies liegt weiterhin auf Expansionskurs", sagen Markus Solbach und Wilfried Noffz unisono. Und Sohn Tobias Noffz ist bereits miteingestiegen. Er wird gemeinsam mit Solbach und Bogedain das Unternehmen in der nächsten Generation führen. Das Unternehmen ist mit dem Entwickeln und Produzieren von Prüftechnik für die drahtlose Kommunikation in einer Nische überaus erfolgreich. An der Schnittstelle von Hochfrequenz-Datenübertragungen sind die Tönisvorster "an vorderster Front dabei". Und wenn von Industrie 4.0 gesprochen wird, ist das Unternehmen an dieser technologischen Revolution beteiligt. So werden für neue Premiumfahrzeuge die Fahrassistenzsysteme geprüft, um Fehler auszuschließen. Die Tönisvorster arbeiten intensiv mit der Automobil- und deren Zuliefererindustrie zusammen. Ein ganz großes Thema ist dabei die car-to-car-Kommunikation beim autonomen Fahren. Mit Prüftechnik aus St. Tönis kann diese komplexe Technologie mitentwickelt und optimiert werden. Mit Testlösungen für die Automobilbranche macht Noffz den Kern-Umsatz. Die Elektronik in den Fahrzeugen wird immer komplexer, das reibungslose Funktionieren muss prüfbar gemacht werden. Bisher war Noffz schon für Radarsysteme bei Lkw-Abstandsmesssystemen tätig. Aktuell werden E-Call-Module getestet. Ab 2018 gilt die EU-Norm, Neufahrzeuge mit diesem System auszurüsten, das bei einem Unfall, wenn der Airbag ausgelöst wird, ein Signal mit Standort-Angabe absetzt. Über das Handy-netz wird das Signal an die nächste Leitstelle weitergeleitet, die Rettungsdienste haben dann eine genaue Unfallmeldung, auch wenn das Fahrzeug schwer auffindbar im Feld oder in einer Böschung liegt.

Bei der Entwicklung des "industriellen Internets der Dinge" können Unternehmen wie Noffz dem Wachstum regelrecht zusehen. Markus Solbach zeigt auf seine Smartwatch. Immer mehr Geräte werden vernetzt. Vom Smartphone können Haushaltsgeräte, Heizung und Licht zu Hause gesteuert werden. Vom Büro kann man die Waschmaschine zu Hause starten.

Bei der Hausmesse wurde aber auch ein neu entwickeltes EMS-Fitnesstool (EMS=Elektrische Muskelstimulation) vorgestellt. Bei dem "Wireless Masterformer" wird per Tablet und entsprechender Software ein spezieller Trainingsanzug mit Elektroden angesteuert um so Muskeln über Stromimpulse zu stimulieren. Elektronik hilft aber auch beim Anti-Aging. Mit der Mesoporation werden über eine Frequenz von 2 kHz für Sekundenbruchteile die Hautporen geöffnet, um Wirkstoffe tiefer als bisher in der Kosmetik möglich in die Haut einzubringen.

Quelle: RP
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