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Tönisvorst
"Eine Chance für den Vorster Ortskern"

Tönisvorst: "Eine Chance für den Vorster Ortskern"
Die früheren Gewächshäuser auf dem Grundstück wurden im vergangenen Jahr größtenteils abgerissen. Das Gelände um Haus Brempt war bereits im 14./15. Jahrhundert bebaut und von einem Wassergraben umgeben. FOTO: WOLFGANG KAISER
Tönisvorst. Bis zu neun Reihen- und Einzelhäuser möchte die Eigentümerfamilie von Haus Brempt rund um den Adelssitz im Vorster Ortskern bauen. Eine erste Planung wurde jetzt im Fachausschuss diskutiert. Von Stephanie Wickerath

Ganz "in Ruhe" und "mit Sorgfalt" müsse dieses besondere Bauvorhaben angegangen werden. Da sind sich die Vertreter von CDU und SPD im Planungsausschuss einig. Abgeneigt sind sie aber nicht, das ehemalige Gärtnereigelände rund um Haus Brempt im Vorster Ortskern für eine Bebauung freizugeben. Die neuen Häuser seien eine Chance, den Vorster Ortskern aufzuwerten und zu stärken, sagt Christiane Tille-Gander (CDU).

Die Eigentümerfamilie Hendrix und ein von ihr beauftragtes Planungsbüro haben einen Antrag auf einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan an die Stadtverwaltung und die Politiker im Ausschuss gerichtet. Demnach soll neun Reihen- und Einzelhäuser auf das Grundstück rund um Haus Brempt, dort, wo bisher Gewächshäuser standen, gebaut werden. Auch der ehemalige Wassergraben rund um den Vorster Adelssitz wird in die Planung einbezogen.

"Das Entwurfskonzept baut auf die historischen Begebenheiten auf", heißt es im Antrag. Dabei werde Wert darauf gelegt, den Adelssitz nicht zu verbauen. Die modernen eineinhalbgeschossigen Flachdachhäuser sollen eine einheitliche Architektur bekommen. Auch die verbleibende Grünfläche auf dem rund 11.000 Quadratmeter großen Grundstück soll einheitlich gestaltet werden.

Für die Verwaltung ist klar, dass sämtliche Vorhaben auf dem Grundstück mit dem Amt für Denkmalpflege beim Landschaftsverband Rheinland angestimmt werden müssen, denn auch die Freiflächen um das Haus und der teilweise verfüllte Wassergraben stehen unter Denkmalschutz. Auch die Politiker aller Couleur legen Wert auf den Denkmalschutz.

Die CDU-Fraktion schlägt darüber hinaus vor, das Innenstadtkonzept für Vorst aus dem Jahre 2003 in die Diskussion einzubeziehen. "Das Konzept basiert auf einer breiten Bürgerbeteiligung gepaart mit einem Ideenwettbewerb und hat mit vielen Vorschlägen aus der Bürgerschaft eine hohe Qualität", sagt Christiane Tille-Gander. Heinz Nepsen von der UWT plädiert dafür, die direkten Nachbarn ganz aktuell in die Planung einzubeziehen. Marcus Beyer von der Verwaltung sichert zu, dass auf Verschattung der Nachbargrundstücke und mögliche Lärmbelästigung Rücksicht genommen werde. Außerdem sollen die Ideen aus dem Konzept nach Möglichkeit in die weitere Planung einfließen. Haus Brempt liegt nur wenige Meter von der katholischen Kirche St. Godehard entfernt. "Um 900 wurde das auf einer Motte angelegte Anwesen erstmals erwähnt", schreibt Heinz-Josef Köhler vom Heimatverein in einem Text über die Vorster Herrensitze. Das heutige Gebäude stamme aus der Zeit um 1650, heißt es dort weiter. Allerdings sei der Turm mit seiner barocken Haube sogar noch etwas älter.

Quelle: RP
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