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Tönisvorst
Eine Goldhochzeit mit Überraschung

Tönisvorst. Eigentlich wollten Giavanna und Carmelo Caruana ihre Goldhochzeit ganz still und leise feiern, aber dann haben ihre vier Kinder dafür gesorgt, dass es ein unvergessliches Fest wurde. Und zwar dort, wo man den 73-Jährigen und die 69-Jährige trotz ihres Rentenalters nahezu jeden Tag antrifft, nämlich im Ravvivi. Im Restaurant im Familienbesitz hatten Tochter Pina und die drei Söhne Rino, Francesco und Gianmarco eine liebevoll geschmückte Tafel aufgebaut und ein Vier-Gang-Menü kreiert. Gefeiert wurde genau auf den Tag 50 Jahre nach der Hochzeit auf Sizilien.

Am 1. Oktober 1966 gaben sich die von Santa Elisabeta stammende 19-Jährige und der aus Casteltermini kommende 23-Jährige das Ja-Wort. "Gekannt haben wir uns schon als Kinder. Ich war zwölf Jahre alt, als mein Bruder eine Cousine meines Mannes heiratete", erinnert sich Giavanna Caruana. Etwas später heiratete eine ihrer Schwestern einen Bruder ihres Mannes. Auf einer Familienfeier war es dann auch, als 1964 der Funke zwischen den beiden übersprang. "Meine Augen gingen zu ihr und ihre zu mir. So ist es gewesen", erinnert sich Carmelo Caruana. Die beiden verlobten sich noch im gleichen Jahr und 1966 wurde geheiratet. Eine riesige Hochzeit, die in beiden Heimatstädten gefeiert wurde. Carmelo Caruana, der zuvor schon in Deutschland gewesen war, ging mit seiner Frau nach Tönisvorst zurück, wo er bei Kress&Söhne als Maschinenführer für die Textilverarbeitung im Einsatz war. Pina, die erste Tochter, wurde aber auf Sizilien geboren, wie auch das zweite Kind, Sohn Rino. Beide wuchsen bei den Großeltern auf Sizilien auf, denn eigentlich planten die Caruanas, wieder in ihre Heimat zurückzukehren und dort ein Taxiunternehmen aufzumachen. Doch Carmelo Caruana war beim Unternehmen sehr geschätzt, man bat ihn, nicht zu gehen.

1973 fiel so der Entschluss, am Niederrhein zu bleiben. Pina und Rino kamen nach Deutschland, wo dann später auch die beiden anderen Söhne geboren wurden. Heute hat sich die Familie um Schwiegerkinder und sechs Enkel - fünf Jungen und ein Mädchen - erweitert.

Ruhe ist für das Jubelpaar ein Fremdwort. Zwar gönnt man sich längere Auszeiten in Sizilien, aber kaum wieder in St. Tönis angekommen, schlüpft Giavanna Caruana in die Schürze und ist in der Küche des Ravvivis anzutreffen, während ihr Mann Carmelo im vorderen Bereich unterstützend tätig ist. Die beiden sind die Seele vom Ravvivi. "Nichts zu tun, ist nichts für mich", lacht Giavanna Caruana. Eine Aussage, der sich ihr Mann nur anschließen kann.

(tre)
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