| 00.00 Uhr

Tönisvorst
Eine seichte Komödie zum Saisonstart

Tönisvorst: Eine seichte Komödie zum Saisonstart
Zu Gast im mit 550 Gästen voll besetzten Saal war das Ensemble des Theaters am Dom aus Köln, das mit namenhaften Schauspielern wie Moritz Lindbergh (vorne links) und dem Comedian Tom Gerhardt (vorne rechts) angereist war. FOTO: Nicole Brühl
Tönisvorst. Mit der Komödie "Dinner für Spinner" startete der Stadtkulturbund Tönisvorst in das Abonnenten-Programm der neuen Saison. Das Ensemble des Theaters am Dom Köln sorgte für viel Gelächter im ausverkauften Corneliusforum. Von Stephanie Wickerath

Es läuft gut für den Stadtkulturbund Tönisvorst. Im 24. Jahr seines Bestehens kann der Verein verkünden, dass das Abonnement mit sechs Vorstellungen ausverkauft ist, wobei es pro Vorstellung jeweils noch 100 Einzelverkaufskarten gibt. Hinzu kommen auch in der aktuellen Spielzeit wieder acht Sondervorstellungen, für die die Karten im Kulturshop an der Krefelder Straße 22 und online verkauft werden.

"Wir freuen uns auf die neue Spielzeit", sagt Peter Siegel, langjährigere Vorsitzender des Stadtkulturbunds, am Sonntagabend bei der Eröffnung der Abo-Reihe im Forum Corneliusfeld. Und Bürgermeister Thomas Goßen lobt in seinem Begrüßungswort das ehrenamtliche Engagement des Vereins: "Wir brauchen Menschen in dieser Stadt, die so etwas möglich machen."

Zu Gast im mit 550 Gästen voll besetzten Saal ist das Ensemble des Theaters am Dom aus Köln, das mit namenhaften Schauspielern wie Moritz Lindbergh und dem Comedian Tom Gerhardt angereist ist. Gegeben wird die Komödie "Dinner für Spinner" von Francis Veber. Die Geschichte ist schnell erzählt: Verleger Peter Küsenberg, hervorragend gespielt von Moritz Lindbergh, hat ein makabres Hobby. Jeden Dienstag laden er und einige Gleichgesinnte einen Spinner, Trottel, Wirrkopf ein, über den sie sich lustig machen, ohne dass der Spinner es merkt. Wer lacht, fliegt raus. Zitat Küsenberg: "Wir sind doch keine Charakterschweine."

Wer den größten Trottel gefunden hat, zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe oder im FKK-Club, und zum Dinner mitbringt, bekommt besonders viele Punkte in der Jahreswertung. Küsenbergs Frau Christine, gespielt von Tina Seydel, findet diese Abende gar nicht lustig und gerät mit ihrem Mann in Streit. Damit nimmt das Drama auch schon seinen Lauf. Am Ende des Abends liegt das Leben des Verlegers in Trümmern. Seine Frau hat ihn verlassen, die Geliebte ist weg, die Finanzbehörde hat sein Schwarzgeld und weiß von den Konten auf den Cayman-Inseln.

Das alles hat Matthias Bommes (Tom Gerhardt) angerichtet, Finanzamt-Mitarbeiter und Kassenwart beim Streichholz-Club. Dabei war Küsenberg so sicher, mit diesem Trottel all seine Freunde zum Lachen zu bringen. Zu dem Essen kommt es aber gar nicht, weil Küsenberg einen Hexenschuss oder einen Bandscheibenvorfall - so genau weiß man es nicht - hat. Bommes, der den Verleger zum Essen abholen will, bleibt bei Küsenberg und trägt sukzessive zu dessen Untergang bei. Dass das Telefon dabei eine nicht unerhebliche Rolle spielt, ist der Running-Gag des Stücks.

Natürlich hat Küsenberg das ganze Elend mehr als verdient, denn der Typ ist eiskalt, aalglatt, überheblich und arrogant. Moritz Lindbergh bringt diesen Charakter oft nur über die Mimik sehr gut auf den Punkt. Aber auch Tom Gerhardt macht seine Sache gut. In der alten Cordhose und mit dem Hornbrillengestell wirkt er tatsächlich reichlich trottelig. Auch Tina Seydel, die sowohl die kühle Ehefrau als auch die feurige Geliebte verkörpert, bekommt diese gegensätzlichen Rollen gut hin.

Ebenso brillieren Steffen Laube als ehemals bester Freund von Küsenberg und Stefan Preiss als Finanzkontrolleur. Doch trotz guter Darsteller, fein gezeichneter Charaktere, lustiger Dialoge und viel Situationskomik bleibt die Komödie seicht, die Botschaft allzu offensichtlich. Eine nette Sonntagsabendunterhaltung, von der aber bis zum nächsten Tag wenig hängenbleibt.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Tönisvorst: Eine seichte Komödie zum Saisonstart


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.