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Tönisvorst
Elisabeth Blankers ist seit 50 Jahren bei van Haag

Tönisvorst. Wenn man sich von Kindesbeinen an kennt, zusammen spielt und in derselben Straße wohnt, dann kann daraus eine Beziehung fürs Leben werden - und zwar beruflicher Natur. So ist es bei Elisabeth Blankers. Die 64-jährige St. Töniserin feierte jetzt ihre 50-jährige Zugehörigkeit zum Unternehmen Hefe van Haag.

"Meine Eltern hatten einen Bauernhof an der Schulstraße, an der die Familie van Haag auch ihren Betrieb hatte. Als Kinder haben wir schon zusammen gespielt. Als ich die Volksschule abgeschlossen hatte, kam Frau van Haag zu meinen Eltern und fragte, ob ich nicht eine Ausbildung bei ihnen machen wollte", erinnert sich Elisabeth Blankers. Ein Vorschlag, den die damals 14-Jährige mit Begeisterung aufgriff. Sie war die erste Auszubildende des damals noch kleinen Unternehmens, das unter anderem Hefe produzierte. "Ich, als Lehrling für den Bereich Groß- und Außenhandel, bildete zusammen mit Karl van Haag das gesamte Verwaltungsteam", erzählt Elisabeth Blankers mit einem Lächeln. Es gab nur noch Mitarbeiter in der Produktion und Fahrer. Alle anderen Abteilungen entstanden erst später.

Der Seniorchef und die Auszubildende kümmerten sich um alles. Damals wurden Rechnungen noch per Hand geschrieben, und das Unternehmen war schon sehr fortschrittlich, weil es eine Adressmaschine gab, mit deren Hilfe Adressen auf Metallplatten geprägt und somit auf Lieferscheine gedruckt werden konnten. Nach der dreijährigen Lehre ging es nahtlos bei Hefe van Haag weiter.

Elisabeth Blankers erlebte in den 50 Jahren nicht nur den technischen Fortschritt, sondern auch das Wachsen des Unternehmens. Aus 15 Leuten in einem Betrieb an der Schulstraße wurde ein Unternehmen mit 250 Mitarbeitern, die an den Standorten St. Tönis, Köln und Neuwied beschäftigt sind. "Wobei wir 1976 von der Schulstraße an den heutigen Standort am Tempelsweg 44 gezogen sind", sagt die Jubilarin, die nie daran gedacht hat, die Stelle zu wechseln. "Das hätten wir auch gar nicht zugelassen. Elisabeth Blankers ist nicht einfach eine Mitarbeiterin, sie ist eine Institution", betont Dr. Klaus van Haag. Ein Satz, der Blankers schmunzeln lässt. "Für mich ist das Unternehmen noch heute wie eine Familie. Das war immer so und bleibt auch so", bemerkt die 64-Jährige, die in ihrem Berufsleben manchen Samstag mit in den Einsatz ging und noch heute die Feuerwehr ist, wenn es arbeitstechnisch irgendwie brennt.

Durch ihre lange Zugehörigkeit kennt sich die St. Töniserin im gesamten Unternehmen aus und kann überall weiterhelfen. Mit Freude erinnert sie sich an so manchen Freitagabend in der uralten Kneipe von Louise Bruchhausen zurück, wo sich Unternehmerfamilie und Mitarbeiter einfanden und das Wochenende starteten. Michael van Haag erinnert sich indes gerne zurück, wie er als Kind beim Bürobesuch immer als erstes zu Elisabeth Blankers ging, weil "dort in der unteren Schreibtischschublade immer Bonbons für mich lagen".

(tre)
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