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Tönisvorst
Eltern informierten sich über Umwandlung in Gesamtschule

Tönisvorst: Eltern informierten sich über Umwandlung in Gesamtschule
Annette Stephan und Lehrer der Sekundarschule. FOTO: WOLFGANG KAISER
Tönisvorst. Bei einem Elternabend, zu dem nur etwa 50 Zuhörer kamen, stellte Annette Stephan, kommissarische Leiterin der Sekundarschule Tönisvorst, die Idee vor, die Sekundarschule in eine Gesamtschule umzuwandeln. Obwohl die Politik die Einladung zum Elternabend abgelehnt hatte, waren einige Vertreter der CDU-Fraktion und UWT-Vertreter unter den Zuhörern. Öffentlich geführt werden soll die politische Diskussion im Schulausschuss am Mittwoch, 15. Juni. Von Stephanie Wickerath

Annette Stephan macht deutlich, dass die Sekundarschulen von den Eltern landesweit nicht angenommen würden, während die Gesamtschulen überlaufen seien. "Zwischen 2012 und 2015 wurden 97 Sekundarschulen gegründet", sagt die kommissarische Schulleiterin, "65 davon verzeichnen rückgängige Anmeldezahlen." Ein Drittel davon, darunter auch die Tönisvorster Sekundarschule, habe weniger als 75 Anmeldungen. "Von den im gleichen Zeitraum gegründeten 78 Gesamtschulen haben bis auf zwei alle mehr als 100 Anmeldungen", führt Stephan weiter aus. 100 sei die magische Zahl, denn: "100 Anmeldungen brauchen wir, damit wir die Sekundarschule 2017 in eine Gesamtschule umwandeln können."

Für das kommende Schuljahr hat die Tönisvorster Sekundarschule 66 Anmeldungen. Unterstufenkoordinator Patrick Richter ist dennoch optimistisch: "25 bis 36 Prozent der Tönisvorster Kinder, die eine weiterführende Schule besuchen, besuchen diese nicht im Ort." Könnten diese Kinder für die neue Gesamtschule gewonnen werden und kämen außerdem noch Kinder von außerhalb hinzu, sei es, laut Richter, kein Problem, die notwendige Anmeldezahl zusammen zu bekommen und eine eigene Oberstufe - mindestens 42 Schüler pro Jahrgang müssten dafür die Qualifikation erlangen - zu füllen. Ein Raumproblem sieht Stephan nicht. "Gemeinsam mit dem Schulgebäude Kirchenfeld sind genügend Räume vorhanden, um zwei Oberstufen zu beherbergen."

Auf die Frage einer Mutter, was sich für die Kinder bei einer Umwandlung ändere, die bereits die Sekundarschule besuchen, sagt Richter: "Es ändert sich nichts. Lehrpläne, Prüfungsordnung et cetera sind für Sekundarschulen und Gesamtschulen identisch, aber wir hätten eine eigene Oberstufe." Eine andere Zuhörerin regt an, Unterschriften für die Umwandlung in eine Gesamtschule zu sammeln. Die Schulpflegschaftsvorsitzende Angela Krumpen greift diese Idee auf. Bürgermeister Thomas Goßen möchte sich noch nicht zum Antrag der Sekundarschule äußern. "Wir müssen bis zum Jahresende eine Entscheidung treffen", sagt Goßen, "die Zeit bis dahin wollen wir nutzen, um Gespräche zu führen." Es gelte zunächst, sich zu informieren, Zahlen auf den Tisch zu legen und zu beraten. "Wichtig ist mir, dass keine Schule beschädigt werden darf."

Quelle: RP
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